Die Berliner Polizei hat eine ausgesprochen positive Bilanz des Blitzermarathons gezogen. An 254 Kontrollorten wurde das Tempo von Auto und Motorradfahrern gemessen, außerdem waren zahlreiche Kontrollstreifen im Einsatz. Mehr als 78.500 Fahrzeugen passierten die Messstellen – 2746 davon waren zu schnell. Das sind nicht einmal 3,5 Prozent. Dementsprechend zufrieden fällt das Fazit der Polizei aus.

Ziel der Aktion sei es vor allem gewesen, „durch größtmögliche Transparenz für die Gefährlichkeit zu schnellen Fahrens zu sensibilisieren“, heißt es in einer Mitteilung der Polizei. „Dieses Ziel scheint tatsächlich erreicht worden zu sein.“ Während der 24-stündigen Aktion wurde das Fünffache an sonst täglich stattfindenden Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt – es konnten aber nicht mehr Raser als einem üblichen Wochentag festgestellt werden.

Zudem beobachtete die Polizei ein wesentlich entspannteres und rücksichtsvolleres Miteinander der Verkehrsteilnehmer. Vielerorts hätten Passanten die Polizisten angesprochen und vornehmlich positiv auf den Marathon reagiert. Auch die Verkehrssünder, die gestoppt wurden, zeigten sich nach Auskunft der Polizei vorwiegend einsichtig.

94 km/h in Tempo-30-Zone

Negativ-Spitzenreiter wurde Freitag kurz nach Mitternacht ein 22 Jahre alter Motorradfahrer in Steglitz, als er die Leonorenstraße mit 94 Stundenkilometern statt der erlaubten 30 km/h befuhr. Er machte dann nicht nur falsche Angaben über seine Person, sondern konnte außerdem keinen Führerschein vorweisen. Erst in der Polizeidienststelle gab er nach einigem Zögern seinen richtigen Namen an – und es stellte sich heraus, dass er über keinen Führerschein für die genutzte Motorradklasse verfügte. Den Mann erwarten nun neben einem dreimonatigen Fahrverbot auch vier Punkte und 480 Euro Bußgeld für den Geschwindigkeitsverstoß sowie Anzeigen wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis und wegen der Falschangaben zu seiner Person.

Bereits kurz nach Beginn des Marathons erfassten die Blitzer einen Autofahrer, der auf der A111 in Richtung Schulzendorf mit 102 km/h statt der erlaubten 60 Stundenkilometer unterwegs war. Ingesamt waren 17 Fahrzeugführer so schnell unterwegs, dass sie nun ein teils mehrmonatigen Fahrverbot erwartet.

Neben den Geschwindigkeitsverstößen wurden in Berlin zudem 127 andere Verkehrsverstöße festgestellt. 18 Kraftfahrzeugführer hatten keinen Führerschein oder keine Kfz-Versicherung, 16 weitere standen unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen.

Der Donnerstag habe „in beeindruckender Weise gezeigt, dass das gesamte Verkehrsklima auf den Straßen spürbar stressfreier, entspannter und vor allem sicherer ist“, wen die Verkehrsteilnehmer die Geschwindigkeitsbegrenzungen auf den Straßen respektieren, so die Polizei. BM