Prozess

Berliner Intensivtäter Nidal R. steht erneut vor Gericht

Die Strafakte von Nidal R. wird immer dicker: Nun muss sich der Intensivtäter wegen ein Dutzend Vergehen, die er zwischen November 2012 und Juni 2013 begangen haben soll, vor Gericht verantworten.

Foto: Amin Akhtar

Berlins wohl berüchtigtster Intensivtäter Nidal R. steht bald wieder vor Gericht. Drei Monate nach seiner Festnahme in Mannheim durch SEK-Beamte und Zielfahnder des Berliner Landeskriminalamtes sind die Ermittlungen gegen den 31-Jährigen abgeschlossen. Die neue Anklage der Staatsanwaltschaft umfasst allein rund ein Dutzend Vergehen, die der Beschuldigte im Zeitraum zwischen November 2012 und Juni 2013 begangen haben soll.

Zuletzt war Nidal R. Ende Juni – nach einer erneuten Fahrt ohne Führerschein unter Drogen- und Alkoholeinfluss mit einem Porsche – in Schöneberg festgenommen worden. Der 31-Jährige hatte bei seiner Flucht vor der Polizei 1,16 Promille, er beschädigte sechs Autos, kam danach aber wieder auf freien Fuß. Die Staatsanwaltschaft hatte kurz darauf einen Haftbefehl erwirkt. Grund: Den Ermittlungen zu Folge wollte Nidal R. mit Hilfe von Angehörigen seiner Großfamilie und gefälschten Papieren untertauchen, um sich einer Strafverfolgung zu entziehen. Bereits Mitte Mai soll der Sozialhilfeempfänger in Neukölln bei einer rücksichtlosen Amokfahrt mit einem BMW 765 einen geparkten Wagen gerammt und einen Achsbruch an der Luxuslimousine verursacht haben.

Nidal R. wurde als „Mahmoud“ bekannt

Bereits als Teenager wurde Nidal R. als Intensivtäter unter dem Namen „Mahmoud“ bekannt. Mit 14 Jahren war er sechs Monate in Untersuchungshaft, im Alter von 20 Jahren umfasste die Strafakte des Palästinensers bereits 80 Delikte. Zehn Jahre und sechs Monate verbrachte der Mann mit libanesischer Herkunft bereits hinter Gittern, weil er immer wieder mit Gewalttaten wie Körperverletzung und räuberischem Diebstahls aufgefallen war. Die Abschiebung in den Libanon scheiterte 2004, weil der Mittelmeerstaat sich weigerte, Nidal R. aufzunehmen. Der Termin für den Prozessauftakt steht noch aus.