Neue Studie

Berliner sorgen besser für das Alter vor

Mehr als die Hälfte der Berliner fürchtet, den jetzigen Lebensstandard im Alter nicht halten zu können. Damit steigt jedoch laut einer Studie auch die Bereitschaft zur Vorsorge.

Viele Berliner rechnen damit, dass sie sich im Alter materiell einschränken müssen. 60 Prozent gehen davon aus, dass sie ihren jetzigen Lebensstandard nicht halten können. Bei den Frauen sind es sogar 65 Prozent. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage der Berliner Sparkasse hervor.

Mit den Befürchtungen steigt jedoch auch die Bereitschaft der Berliner, privat Vorsorge für die späteren Lebensjahre zu treffen. Der Umfrage zufolge sind es in diesem Jahr 83 Prozent – fünf Prozent mehr als 2012. Bevorzugte Varianten sind eine Betriebsrente, eine Lebensversicherung und die Riester-Rente, die einen Zuwachs von vier Prozent gegenüber dem Vorjahr verzeichnete.

Rund ein Drittel der Berliner hat sich in der Altersvorsorge für einen individuellen Weg entschieden, in Form von Immobilien, Wertpapieren oder Sparbüchern. Bei fast allen Vorsorgevarianten, außer der Rürup-Rente, haben die Bewohner im Ostteil der Stadt einen höheren Anteil als die Westberliner.

Oft sind die Aufwendungen für die Altersvorsorge aber nur gering. Jeder dritte Befragte investiert lediglich 25 bis 100 Euro pro Monat.

Einbußen für alle Alters- und Einkommensgruppen

Die Befürchtungen vor finanziellen Problemen im Alter seien berechtigt, meinen Finanzexperten. „Grundsätzlich werden alle Alters- und Einkommensgruppen Einbußen haben“, sagt Marktbereichsleiter Olaf Schulz von der Berliner Sparkasse. „Dramatisch wird es bei den jetzt unter 50-Jährigen.“

Überproportional seien auch Freiberufler und Selbstständige betroffen, die häufig nicht pflichtversichert seien. „Eine große Versorgungslücke kommt auf mittlere und hohe Einkommen zu, also auf die klassischen Besserverdiener“, sagt Schulz. „Aber sie haben immer noch ihr Auskommen.“

Die meisten Berliner, nämlich 82 Prozent, würden mehr Geld dafür ausgeben, wenn sie ein höheres Einkommen hätten. „Das Bewusstsein zur Altersvorsorge ist inzwischen vorhanden“, sagte Schulz, „aber leider sind viele nicht in der Lage, ausreichend vorzusorgen.“

So früh wie möglich mit Vorsorge starten

Vor allem junge Menschen kümmern sich noch nicht um ihre finanzielle Absicherung. 41 Prozent der Befragten zwischen 18 und 29 Jahren haben bislang keine private Vorsorge getroffen. „Sie wollen mit dem ersten selbst verdienten Geld häufig erst mal das vielseitige Großstadtleben genießen“, so Schulz.

Der Fachmann rät jedoch, so früh wie möglich mit der privaten Altersvorsorge zu beginnen. Am besten gleich mit dem Berufsstart, dann seien auch die monatlichen Beiträge noch nicht so hoch.

Dass die gesetzliche Rente nicht ausreichen werde, wisse inzwischen jeder, so der Finanzexperte. Prognosen zufolge wird das Rentenniveau in den kommenden Jahren dramatisch sinken. Es liegt derzeit bei rund 50 Prozent des Durchschnittsverdienstes. Erwartet wird, dass es bis 2020 auf 46 Prozent fällt und bis 2030 auf 43 Prozent.