15 Berliner sind am Dienstag für ihr besonderes gesellschaftliches Engagement mit dem Verdienstorden des Landes Berlin ausgezeichnet worden. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD), der die Orden an seinem 60. Geburtstag im Festsaal des Roten Rathauses überreichte, wurde von den mehrere hundert Gästen mit einem Geburtstagsständchen begrüßt. Dazu hatte Kultur-Staatssekretär André Schmitz die Anwesenden animiert, die sich zu Ehren Wowereits erhoben.
Traditionell an seinem Geburtstag hat der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit 15 Berliner für ihre Verdienste ausgezeichnet. Am Verfassungstag der Stadt wird seit 26 Jahren der Verdienstorden des Landes Berlin verliehen. „Strengen Sie sich an, es lohnt sich. Es ist schön, so einen Orden zu bekommen“, sagte Wowereit im Anschluss an die Veranstaltung.
Eva, 61, und Klaus Herlitz, 66, entwickelten vor zwölf Jahren die Idee der berühmten Berliner Buddy Bären. Die Bärenskulpturen wurden zu Botschaftern der Stadt und stehen weltweit für Toleranz und Offenheit. Mit den Versteigerungen der Buddy Bären unterstützt das Ehepaar das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen und Kinderprojekte im In- und Ausland. Eva Herlitz gründete 2004 zudem den Verein Buddy Bear Help.
Hartmann Kleiner, 71, wurde für seine vielen langjährigen ehrenamtlichen Tätigkeiten ausgezeichnet. Der Berliner war in den Aufsichtsräten der Landesbank Berlin, der Berliner Verkehrsbetriebe AöR, des Gesundheitskonzerns Vivantes GmbH und in den Verwaltungsräten der Sender SFB und RBB tätig.
René Koch, 68, gründete 1997 mit zwei Dermatologen den Verein „Arbeitskreis Camouflage“. Dort behandelt er unter anderem Unfallopfer, die stark unter der Verunstaltung ihres Gesichts leiden, mit einer speziellen Schminktechnik. Mit der so genannten Camouflage-Technik lassen sich selbst schwerste Hautprobleme verdecken. Der renommierte Visagist engagiert sich auch für blinde Frauen. Er bietet ihnen kostenlose Schminkkurse an.
Ulrich Mommert, 72, war bis 2012 Vorstandsvorsitzender des Berliner Trabrenn-Vereins (BTV), der dieses Jahr sein 100-jähriges Bestehen feiert. Ein „halbes Pferd“ hatte einst seine Leidenschaft für die Vollblüter geweckt. Er hatte sich zur Hälfte am Traber seiner Buchhalterin beschäftigt. Der Pferdesport hat in Berlin seit jeher eine große Tradition. Der Unternehmer erwarb 2004 die Trabrennbahn Mariendorf und unterstützt den Verein nicht nur finanziell.
Thúy Nonnemann, 74, ist eine von schätzungsweise 14.000 Vietnamesen in Berlin. Sie engagiert sich ehrenamtlich für die Integration der so genannten Boat-People. Sie begleitete sie zu Ämtern und Ärzten und übersetzte für sie. Nach der Wiedervereinigung kümmerte sie sich um die Vertragsarbeiter der ehemaligen DDR. Seit mehr als 20 Jahren setzt sie sich im Migrationsrat Berlin-Brandenburg und in der Berliner Härtefallkommission für Flüchtlinge ein.
Bernd Thiel, 65, ist seit fast 40 Jahren ehrenamtlich als Kalligraf vorrangig für Eintragungen in das Goldene Buch und das Gästebuch Berlin tätig.
Ronald Riege, 50, gehört zu den Berliner Helfern in den Hochwassergebieten 2013. Er engagierte sich während der Katastrophentage im Juni dieses Jahres in besonderer Weise. Riege leitete den Hintergrunddienst des Berliner Roten Kreuzes bei ihrem Einsatz in den Hochwassergebieten. Rund um die Uhr koordinierte er Helfer und Material der Berliner Feuerwehr.
Vanessa Sassen, 25, war im Juni 2013 ebenfalls Helferin in den Hochwassergebieten. Sassen arbeitete karitativ im Malteser Hilfsdienst als Sanitäterin und Betreuerin von Krankentransporten. Sie half auch bei der Verlegung eines Pflegeheimes. Außerdem fuhr sie auf Erkundungsfahrten in den Überschwemmungsgebieten.
Benjamin Schoenmakers, 31, koordinierte während des Hochwassers die Brandschutzbereitschaften der Berliner Freiwilligen Feuerwehr in den überschwemmten Gebieten. Als Führungsmitglied der IV. Berufsfeuerwehr unterstützte er die Einsätze der Feuerwehr in Sachsen und Sachsen-Anhalt.
Ute Schnur, 57, wurde mit der so genannten zerebralen Kinderlähmung geboren. In der Wendezeit war sie an der Gründung des Allgemeinen Behindertenverbandes der DDR beteiligt. Sie hat den Berliner Behindertenverband mitbegründet und leitete als Chefredakteurin fünf Jahre die Berliner Behinderten-Zeitung. Derzeit engagiert sie sich im Behindertenbeirat des Bezirkes Pankow und ist Mitglied der Pankower Bezirksverordnetenversammlung.
Michael Sommer, 61, ist seit 2002 Bundesvorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes. Seit den 1980er Jahren nahm er vielfältige Funktionen in Gewerkschaften wahr. Er war auch an der Gründung der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di beteiligt. Sommer hatte seiner Frau Ulrike im Sommer dieses Jahres ein Niere gespendet.
Wieland Speck, 62, setzt sich seit Mitte der 1970er Jahre in verschiedenen Bereichen für Männeremanzipation und homosexuelle Identität ein. Der Programmleiter der Sektion Panorama der Berlinale war Jurymitglied mehrerer internationaler Filmfestivals und Gremiumsmitglied der Länderfilmförderung Berlin.
Emine Yüksel, 48, ist Ärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe im Gesundheitszentrum in Berlin-Tegel. Sie engagiert sich im Vorstand der Berliner Gesellschaft Türkischer Mediziner und organisiert die Berliner Türkischen Gesundheitstage. Darüber hinaus ist die Ärztin Aufsichtsratsmitglied bei der Berliner Deutsch-Türkischen Frauenunion und Schatzmeisterin der Europäischen Föderation Türkischer Mediziner e.V.
dpa/ap

















