Nach dem Mord an einem 82-jährigen Rentner in einem Berliner Supermarkt hat der Verdächtige vor dem Landgericht die Aussage verweigert. Der Verteidiger erklärte im Prozess am Montag, die Tat vom Mai 2013 werde nicht bestritten. Nach Angaben eines Gerichtssprechers hatte der Angeklagte früher erklärt, ein Geist habe ihm befohlen, den älteren Mann umzubringen. Die Stimme habe den 31-Jährigen anschließend für die Tat gelobt.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem offenbar psychisch kranken Physiotherapeuten heimtückischen Mord vor. Der Rentner sei arglos gewesen, als der Beschuldigte ihn in der Kaufland-Filiale im Stadtteil Gesundbrunnen mit einem Messer angegriffen habe. Der 82-Jährige, den einer von mehreren Stichen ins Herz traf, verblutete vor den Augen anderer Kunden.

Täter soll in geschlossene Psychiatrie

Ein Polizist, der zufällig vor Ort war, erinnerte sich im Prozess an ein merkwürdiges Verhalten des 31-Jährigen vor der Tat. Der Mann habe wie in Trance vor sich hingeguckt und habe kraulende Bewegungen gemacht. Bedrohlich wirkte der 31-Jährige nach Aussagen des Zeugen aber nicht.

Die Staatsanwaltschaft will, dass der mutmaßliche Täter in die geschlossene Psychiatrie kommt. Der Mann sei wegen einer paranoiden Schizophrenie schuldunfähig gewesen.

dpa/ap