Für die Kunden einer Kauflandfiliale in Gesundbrunnen ist der abendliche Einkauf am Dienstag zum einem Schreckensszenario geworden. In dem Geschäft an der Residenzstraße mussten sie entsetzt mit ansehen, wie ein 30-Jähriger an der Fleischtheke unvermittelt auf einen vor ihm stehenden 82-Jährigen einstach. Der Messerstecher konnte festgenommen werden, das Opfer erlag kurze Zeit später seinen Verletzungen.

Besonders bizarr: Kripo-Beamte der Direktion 3 (Mitte) hielten sich zum Zeitpunkt der Tat bereits in dem Geschäft auf. Sie waren gerufen worden, nachdem ein anderer Kunde tot zusammengebrochen war. Nach ersten Erkenntnissen starb er eines natürlichen Todes. Zwischen beiden Vorfällen gibt es nach Angaben einer Polizeisprecherin vor Ort keinen Zusammenhang.

Die Messerattacke ereignet sich gegen 17.30 Uhr. Nach ersten Erkenntnissen hatte der Täter plötzlich das Opfer mit einem Messer attackiert. Er stach ihm mehrfach in den Rücken und die Brust. Das Messer hatte der Täter offenbar aus der Haushaltswarenabteilung des Supermarktes.

Opfer stirbt 30 Minuten nach den Messerstichen

Während zahlreiche Kunden das Geschehen geschockt verfolgten, gewannen einige Anwesende schnell die Fassung zurück und versuchten, den Angreifer zurückzuhalten. Es gelang ihnen auch schnell, den Mann zu überwältigen, für das Opfer allerdings kam jede Hilfe zu spät.

Von mehreren Messerstichen im Oberkörper getroffen, starb er trotz aller Bemühungen eines sofort alarmierten Notarztes etwa 30 Minuten nach der Tat. Die bereits anwesenden Polizeibeamten nahmen den Angreifer fest und brachten ihn in eine Gefangenen-Sammelstelle.

Kunden unter Schock

Ein Motiv für die Bluttat sei bislang nicht zu erkennen, sagte die Polizeisprecherin am Abend. Berichte, wonach der 30-Jährige unter einer psychischen Störung leidet, wollte sie zunächst nicht bestätigen, kündigte aber an, der Festgenommene werde noch im Laufe des Abends einem Arzt vorgestellt.

Da etliche Kunden der Kauflandfiliale nach der Tat noch sichtlich unter Schock standen, beorderte die Feuerwehr zwei Seelsorger zum Ort des Geschehens. Zahlreiche Kunden durften trotz ihres Zustandes den Tatort zunächst nicht verlassen, da ihre Aussagen als Augenzeugen benötigt wurden.

Über die Identität des Opfer und des Täters wurde vorerst nur bekannt, das beide in der Nähe des Tatortes wohnen. Die 5. Mordkommission hat die Ermittlungen übernommen, das Geschäft wurde kurz nach der Tat geschlossen.

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