Jetzt ist es amtlich. Die Berliner Staatsanwaltschaft hat gegen des Skandal-Rapper Bushido Anklage erhoben. Wie Justizsprecher Tobias Kähne am Freitag mitteilte, wird dem umstrittenen Musiker Volksverhetzung, Beleidigung und Gewaltdarstellung vorgeworfen. Gegen den 34-Jährigen waren in den vergangenen Monaten zahlreiche Strafanzeigen erstattet worden, teilweise von namhaften Politikern. Anlass war das im Sommer dieses Jahres veröffentlichte Lied „Stress ohne Grund“. In ihrer Anklageschrift erhebt die Staatsanwaltschaft den Vorwurf, der Text enthalte Tötungs- und Gewaltfantasien sowie schwulenfeindliche Hetze. Ein Termin für die Verhandlung steht noch nicht fest. Wie Kähne weiter sagte, muss das Amtsgericht Tiergarten zunächst über die Zulassung der Anklage entscheiden.
Drohungen und Beleidigungen gegen Politiker
In ganzen Textpassagen des Liedes werden namentlich der FDP-Politiker Serkan Tören, die (Noch-)Grünen-Chefin Claudia Roth und der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) genannt. Über den FDP-Abgeordneten heißt es in dem Text: „Ich will, dass Serkan Tören jetzt ins Gras beißt“, dazu sind im Hintergrund Schüsse zu hören. Zu Claudia Roth verkündet Bushido in seinem für Rapper typischen Sprechgesang: „Ich schieß auf Claudia Roth, und sie kriegt Löcher wie ein Golfplatz. Auch Wowereit wird in dem Text unflätig und schwulenfeindlich beleidigt.
Sowohl Wowereit wie auch Tören erstatteten Anzeige, der Berliner Regierungschef behält sich darüber hinaus eine Klage auf Schmerzensgeld vor. Eine Entscheidung darüber hänge vom weiteren Verlauf des Strafverfahrens ab, hieß es dazu aus Senatskreisen. Das Stück wurde aufgrund der heftigen Kritik schon nach kurzer Zeit als Jugendgefährdend eingestuft und auf den Index gesetzt. Ein zu dem Lied gedrehtes Video wurde bei Youtube nach wenigen Tagen abgeschaltet. Bis dahin war es allerdings bereits mehr als eine Million mal aufgerufen worden. Da das Video von Internetnutzern mehrfach kopiert und herunter geladen wurde, kursiert es trotz Sperrung nach wie vor im Netz.
„Über das Ziel hinausgeschossen“
Der Musiker hat sich zu den Vorwürfen bislang nur sehr zurückhaltend geäußert. Auf Anfrage der Medien räumte er vor einigen Wochen ein, er sei möglicherweise „etwas über das Ziel hinaus geschossen“, eine offizielle Entschuldigung lehnte er allerdings ab. Anzeigen und Verfahren wegen Beleidigung sind für den 34-Jährigen nichts Neues, er zahlte bereits mehrfach Geldstrafen im fünfstelligen Bereich. Auch darüber hinaus hat Bushido Ärger mit der Justiz. Bereits seit Monaten läuft gegen ihn ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung.
Im Zusammenhang mit dem Verfahren wegen seines umstrittenen Liedes hat im August die Polizei mit einem Großaufgebot die Geschäftsräume seiner Plattenfirma in Treptow durchsucht und Beweismaterial sichergestellt. Bei einer Verurteilung wegen Volksverhetzung droht ihm unter Umständen eine mehrjährige Haftstrafe.




