Bildung

Berlins angestellte Lehrer treten wieder in den Warnstreik

Am Dienstag beginnt der erneute Ausstand. Die Gewerkschaft GEW rechnet mit einer ähnlich großen Beteiligung wie zuletzt im August. Damals fielen für Berliner Klassen ganze Schultage aus.

Foto: Wolfgang Kumm / dpa

Mehrere Tausend angestellte Lehrer werden am Dienstag streiken, anstatt zu unterrichten. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat zum ganztägigen Warnstreik aufgerufen und rechnet mit einer ähnlich großen Beteiligung wie beim vergangenen Streik im August. Trotz informeller Gespräche, die bereits zwischen Gewerkschaft und Finanzverwaltung stattgefunden haben, lehnt Senator Ulrich Nußbaum (parteilos, für SPD) weiterhin konsequent Verhandlungen auf Landesebene ab.

Die Lehrer fordern eine tarifliche Regelung, um eine Angleichung der Einkommen an die der verbeamteten Kollegen zu erreichen. Die streikenden Lehrer treffen sich um 9.30 Uhr an drei verschiedenen Punkten, unter anderem auch gegenüber der Senatsschulverwaltung, um dann im Sternmarsch zum Potsdamer Platz zu ziehen. Dort wird um 11 Uhr eine Kundgebung stattfinden.

Schon jetzt steht fest, dass der Arbeitskampf damit nicht beendet sein wird. Ein zweiter Streik ist für den 21. Oktober geplant. Auf einer Konferenz am 17. Oktober wollen die Lehrer weitere Protestaktionen planen.

Das Angebot des Vorsitzenden der Tarifgemeinschaft der Länder (TdL), Jens Bullerjahn, möglichst noch in diesem Herbst auf Bundesebene Verhandlungen mit den Lehrern aufnehmen zu wollen, bremst die Streikbereitschaft nach Angaben der GEW nicht. Sie fordert nach wie vor Verhandlungen auf Landesebene. Nach Auffassung der Finanzverwaltung ist das jedoch nicht möglich, ohne die Mitgliedschaft in der TdL zu riskieren.

„Der Finanzsenator bemüht sich um eine Lösung“

Das Verständnis der Schüler für den Arbeitskampf der Lehrer nimmt allerdings spürbar ab. „Wir verstehen zwar das Anliegen der Lehrer, sehen aber auch, dass der Finanzsenator sich um eine Lösung in der Tarifgemeinschaft der Länder bemüht“, sagt Leonie Mader, Sprecherin des Landesschülerausschusses. Offenbar gebe es ein Kommunikationsproblem zwischen der Gewerkschaft und der Finanzverwaltung, und die Schüler seien die Leidtragenden. Immer wieder werde gestreikt, ohne dass irgendetwas passiert.

Unmut über den Unterrichtsausfall regt sich auch bei den Eltern. Vor allem an Grundschulen werden die Eltern häufig aufgefordert, möglichst die Kinder zu Hause zu lassen, da nur eine Noflbetreuung in großen Gruppen möglich sei. „Das Land Berlin und die Lehrer müssen sich endlich einigen“, sagt Lieselotte Stockhausen-Doering, Vorsitzende des Landeselternausschusses.