Der Chef der Herzchirurgie an der Universität Zürich, Volkmar Falk, hat die besten Aussichten, neuer Ärztlicher Direktor am Deutschen Herzzentrum Berlin zu werden. Er würde Nachfolger von Roland Hetzer, der im Januar nächsten Jahres 70 Jahre alt wird und einem Jüngeren Platz machen will.

Falk steht an erster Stelle der Kandidatenliste der Berufungskommission für die Nachfolge eines der bekanntesten Chirurgen und Transplantations-Spezialisten Deutschlands.

Aus dem Herzzentrum im Weddinger Virchow-Krankenhaus ist zu hören, dass Falk, sollte die Wahl tatsächlich auf ihn fallen, aufgrund seiner Erfahrung und seines Rufs im Kollegenkreis nicht nur eine akzeptable, sondern auch eine gute wäre. Mit dem Wunschkandidaten werden derzeit Gespräche und Verhandlungen geführt.

Zusammenarbeit zwischen Herzzentrum und Charité stärken

Nach der Zustimmung auch durch den Stiftungsrat des Deutschen Herzzentrums liegt die letzte Entscheidung zur endgültigen Berufung bei Wissenschaftssenatorin Sandra Scheeres (SPD), die für Berlins Universitäten zuständig ist.

Der Senat will die Zusammenarbeit zwischen Herzzentrum und Charité künftig verstärken. In welcher Form, ist allerdings derzeit noch unklar. Als Vorbild könnte dabei die bereits bestehende Zusammenarbeit zwischen Charité und dem Vivantes-Konzern dienen. Am vergangenen Dienstag hatte der Senat die Zusammenarbeit der beiden Häuser gelobt. Unter anderem betreiben beide Einrichtungen ein gemeinsames Labor.

Als Klinikdirektor für Herzchirurgie an der Medizinischen Fakultät der Universität Zürich hat Falk eine fundierte Forschungstätigkeit und eine langjährige klinische aufzuweisen. Er gilt als einer der Pioniere auf dem Gebiet der minimalinvasiven Bypass-Chirurgie und der Herzklappen-Chirurgie. Weitere Schwerpunkte seiner Tätigkeit sind Eingriffe an den großen Gefäßen, insbesondere der Aortenchirurgie und katheterbasierte Klappenverfahren.

Mit fast 1200 Mitarbeitern klein, aber exzellent

Volkmar Falk studierte von 1986 bis 1992 an der Universität Bonn Medizin. Dort wurde er 1993 auch promoviert. Anschließend war er von 1994 bis 1998 erst Assistenzarzt, dann Oberarzt am Herzzentrum der Universität Leipzig. 2001 habilitierte er sich, 2007 erfolgte der Ruf zum Professor für Herzchirurgie an der Universität Leipzig, 2008 wechselte er nach Zürich.

Sollte Falk dem Angebot aus Berlin folgen, findet er große Schuhe vor. Roland Hetzer hat das Deutsche Herzzentrum Berlin seit 1985 zu einer anerkannten Hochleistungsklinik ausgebaut. Im Vergleich zu Charité und Vivantes ist es zwar klein, aber exzellent. Fast 1200 Mitarbeiter hat das Zentrum, die 164 Betten sind ausgelastet, jährlich werden etwa 5000 Patienten operiert. Der berühmteste war der frühere russische Präsident Boris Jelzin.