Der kleine Junge aus Berlin-Hellersdorf lebte nur ganz kurz. Knapp ein halbes Jahr nach dem Tod des Neugeborenen müssen sich von diesem Donnerstag an die Mutter (20) und ihr Freund (21) wegen Mordes vor dem Landgericht in der Hauptstadt verantworten.
Laut Anklage verdurstete und verhungerte das Baby. Der Hund einer Spaziergängerin hatte Anfang April den winzigen Leichnam am Rande einer Plattenbausiedlung in einer Plastiktüte entdeckt.
Das arbeitslose Paar soll sich nicht ausreichend um das Kind gekümmert und dann das tote Baby zunächst in ein Gefrierfach gelegt haben. Später versteckte laut Anklage der Mann, der nicht Vater des Kindes ist, den Säugling in einer Grünanlage an der Tangermünder Straße.
Die Angeklagten wohnten in der Nähe. Die Frau hatte das Kind im Beisein ihres Freundes in der Wohnung in einem fünfgeschossigen Plattenbau zur Welt gebracht.
Hilfe war in der Nähe
Mitarbeiter des kirchlichen Kinder- und Jugendwerkes „Die Arche“ hatten sich entsetzt über den Tod des Kindes gezeigt. Sie bieten ganz in der Nähe Hilfen für Familien an.
Die Mutter und ihr 21-jähriger Freund sitzen in Untersuchungshaft. Nach früheren Angaben haben sie die Vorwürfe eingeräumt, einen Tötungsvorsatz aber bestritten.
Ein Experte der Berliner Charité hatte eingeschätzt, wenn ein Baby ein oder zwei Tage nichts zu trinken bekomme, sei es so schwach, dass es nicht mehr richtig schreien könne und ins Koma falle.
„Mamis Liebling“ auf der Mütze
Die Ermittler hatten ein Foto von der Mütze des Neugeborenen mit der Aufschrift „Mamis Liebling“ veröffentlicht. Knapp eine Woche nach dem grausigen Fund wurden die Verdächtigen gestellt. Ermittler sagten damals, man sei über die Babykleidung auf die Spur der Verdächtigen gekommen.
In Ermittlerkreisen hieß es, die Mutter habe in „sehr schwierigen sozialen Verhältnissen“ gelebt. Sie soll bereits mehrere Kinder haben, die nicht bei ihr lebten. Die Frau soll selbst in Heimen aufgewachsen sein.
Nur wenige Tage vor der Entdeckung des toten Hellersdorfer Jungen war in einem Altkleider-Container in Neukölln ein totes Mädchen gefunden worden. Die Leiche dieses Säuglings war bereits stark verwest. Im August 2012 waren Mitarbeiter einer Entrümpelungsfirma in einer verdreckten Wohnung auf einen Karton mit einer Babyleiche gestoßen.
dpa/mim


![Eine Statue der Justitia hält am 08.10.2012 in Bamberg (Bayern) eine Waage in ihrer Hand. Foto: David Ebener/dpa [ Rechtehinweis: Verwendung weltweit, usage worldwide ] Eine Statue der Justitia hält am 08.10.2012 in Bamberg (Bayern) eine Waage in ihrer Hand. Foto: David Ebener/dpa [ Rechtehinweis: Verwendung weltweit, usage worldwide ]](https://img.sparknews.funkemedien.de/119871246/119871246_1423604924_v16_9_1200.jpeg)


