Der Tod eines zwei Jahre alten Jungen, der in Friedrichshain in einem Krankenhaus gestorben ist, bleibt vorerst mysteriös. Die am Montag abgeschlossene Obduktion durch Gerichtsmediziner konnte nicht eindeutig klären, ob das Kleinkind misshandelt wurde. „

Als Todesursache wurde die Einwirkung von stumpfer Gewalt gegen den Unterbauch festgestellt. Allerdings ist keine klare Zuordnung möglich, wodurch dies verursacht wurde“, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Martin Steltner, am Montag auf Nachfrage der Berliner Morgenpost. Die Ermittlungen würden fortgesetzt.

Damit kann nicht ausgeschlossen werden, dass der zweieinhalbjährige Junge möglicherweise misshandelt wurde. Ebenso könnte der Tod des Jungen durch einen Unfall hervorgerufen worden sein. Die behandelnden Ärzte waren nach der Einlieferung des Kindes ins Vivantes-Krankenhaus am Donnerstag vergangener Woche durch die Eltern misstrauisch geworden. Die schweren inneren Verletzungen des Jungen passten nicht so recht zu der Darstellung, das Kind sei im Beisein der jungen Mutter auf einem Spielplatz gestürzt.

Ärzte informierten die Polizei

Die Ärzte hegten den Verdacht, dass die Verletzungen nicht von einem Sturz stammen können, und informierten die Polizei. Am Freitag wurden Ermittlungen aufgenommen. Nur einen Tag später erlag der kleine Junge auf der Intensivstation seinen Verletzungen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft sollte die Mutter des Kindes von Kriminalbeamten erneut vernommen werden. Derzeit werde gegen sie wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung ermittelt.

Wie die Berliner Morgenpost erfuhr, könnte der Lebensgefährte der Mutter, der nicht leiblicher Vater des Kindes war, den Jungen misshandelt haben. Heftige Schläge oder gar Tritte in den Bauch, jedoch nicht der geschilderte Sturz, würden die inneren Verletzungen erklären. Der Mann ist der Polizei nach Morgenpost-Informationen wegen verschiedener Delikte, vor allem wegen häuslicher Gewalt, bereits bekannt.

mb/pol