Bushido muss sich wegen des Songs „Stress ohne Grund“, in dem Politikern der Tod gewünscht wird, vor Gericht verantworten. Wie aus Berliner Justizkreisen verlautete, wird der Berliner Rapper wegen Volksverhetzung, Gewaltverherrlichung und Beleidigung angeklagt.

Die Berliner Staatsanwaltschaft wollte dies auf Anfrage nicht bestätigen. Die Ermittlungen seien aber abgeschlossen, sagte der Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft, Martin Steltner, am Dienstag. Im Fall der Anklage landet der Streit um die umstrittenen Liedzeilen vor dem Berliner Amtsgericht.

Zuvor hatte das Büro FDP-Bundestagsabgeordneten Serkan Tören mitgeteilt, dass Anklage gegen den Rapper erhoben wird. Dies habe die Berliner Staatsanwaltschaft dem FDP-Politiker mitgeteilt. Tören, über den Bushido singt, er solle „ins Gras beißen“, hatte Strafanzeige gegen den Skandal-Rapper gestellt.

Weiteres Verfahren wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung

„Jedem Menschen gebührt zumindest so viel Respekt, dass man ihm nicht den Tod wünscht“, erklärte der FDP-Politiker zu der möglichen Anklage. Neben Tören hatte auch Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) Strafanzeige gestellt, weil er in dem Song von dem Rapper unflätig und schwulenfeindlich beschimpft wird.

Die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth, der Bushido in dem Lied droht, sie „wie ein Golfplatz“ zu durchlöchern hatte dagegen von einer Anzeige abgesehen, sagte Staatsanwaltschaftssprecher Steltner.

In einem weiteren Verfahren ermittelt die Berliner Staatsanwaltschaft außerdem seit Monaten gegen den Rapper wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung in Millionenhöhe. Zudem wurde er schon mehrmals wegen Beleidigung zu Geldstrafen verurteilt. 2011 wurde der Musiker mit tunesischen Wurzeln mit dem Integrations-Bambi geehrt, eine Entscheidung, die zum Teil auf heftige Kritik stieß.

epd/ap