Der verheerende Kellerbrand in Berlin-Wedding ist möglicherweise vorsätzlich gelegt worden. Eine Brandstiftung sei nicht ausgeschlossen, sagte eine Polizeisprecherin am Montag. „Die Ermittlungen dauern an.“ Der Fall wird von einem Brandkommissariat des Landeskriminalamts bearbeitet.
Wegen des Feuers hatten am Sonntag rund 100 Menschen ihre Wohnungen verlassen müssen. Betroffen waren 29 Wohnungen.
Nach dem Großeinsatz sind nach Angaben aus dem Bezirksamt nun im Einvernehmen mit dem Hauseigentümer und der Feuerwehr alle Wohnungen wieder freigegeben. Amtsmitarbeiter hatten zuvor nach Angaben einer Bezirksamtssprecherin die Wohnungen überprüft. Dabei sei es um die Bausubstanz, aber auch um mögliche giftige Gerüche gegangen.
In dem Haus ist das Treppenhaus verrußt, die Fenster sind eingeschlagen. Die Instandsetzungsarbeiten werden aber erst beginnen, wenn die Versicherung vor Ort war und mit ihr alle offenen Fragen geklärt sind, hieß es aus dem Bezirksamt.
Im Keller des Eckhauses zur Utrechter Straße war am Sonntagvormittag ein Feuer ausgebrochen. Die Feuerwehr konnte den schwierigen Einsatz erst gegen 2.30 Uhr beenden, wie ein Feuerwehrsprecher sagte. Augenzeugen berichteten, dass die Rauchentwicklung zeitweise so stark war, dass der schwarze Rauch über das Treppenhaus bis in die siebte Etage aufstieg.
Hitze- und Rauchentwicklung hatte Löscharbeiten erschwert
Am Montagmorgen gegen 5 Uhr kontrollierten die Feuerwehrleute dann noch einmal die Brandstelle und stellten fest, dass sie noch nicht mit Sicherheit sagen konnten, dass es keine Glutnester mehr gibt. Das liege daran, so der Sprecher, dass es in dem Untergeschoss noch immer extrem warm sei. Wärmebildkameras helfen daher nicht, um Glutnester zu entdecken. Um 8 Uhr wurde die Brandstelle daher ein weiteres Mal kontrolliert.
Die erhebliche Hitze- und Rauchentwicklung hatte auch die Löscharbeiten erschwert. Gegen 11.35 Uhr war die Leitstelle der Feuerwehr am Sonntag über einen Kellerbrand an der Turiner Straße informiert worden. Die Einsatzkräfte mussten sich mit Atemschutzausrüstung dem Brand nähern, der sich nach Angaben von Feuerwehrsprecher Sven Gerling auf 400 Quadratmeter Fläche und mehr als 20 Kellerverschläge ausbreitete. Mehr als 120 Feuerwehrleute waren teilweise zeitgleich im Einsatz. Insgesamt waren es 300.
Drei Wohnhäuser mit etwa 100 Bewohnern wurde geräumt, zwei Hausbewohner kamen mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung in Krankenhäuser. Eine weitere Bewohnerin, die nicht in ihre Wohnung zurückkonnte und Medikamente benötigt, wurde ebenfalls in eine Klinik gebracht. In der Nacht durfte ein Teil von ihnen dann zurück in ihre Wohnungen, die Feuerwehr gab sie wieder frei.
BM








