Berlin sucht einen neuen Chef für seinen Zoo. In der Stellenanzeige für den Vorstand ist von einer „fachlich und menschlich überzeugenden Persönlichkeit“ die Rede. Gesucht wird zum „nächstmöglichen Zeitpunkt“, heißt es in der Anzeige des Personaldienstleisters Kienbaum.

Anfang August hatte sich der Aufsichtsrat der Zoo AG für einen Wechsel an der Spitze entschieden. Der noch amtierende, umstrittene Zoo-Direktor Bernhard Blaszkiewitz soll gehen. „Blaszkiewitz muss weichen“, schrieb die „Berliner Zeitung“ am Mittwoch über die Anzeige. Bewerber für den Posten können sich noch bis Sonntag (1. September) melden.

Das Stellenprofil liest sich anspruchsvoll: „Als alleiniger Vorstand (m/w) der Zoologischer Garten Berlin AG ist es Ihre Aufgabe, das Unternehmen zu leiten, das Profil der Einrichtung mit Kreativität konzeptionell weiterzuentwickeln und den bereits begonnenen Weg zu einem fachlich innovativen, kundenfreundlichen sowie qualitäts- und ergebnisorientierten Zoobetrieb fortzusetzen. Mit unternehmerischer Weitsicht verantworten Sie sämtliche kaufmännische Belange des Unternehmens, inklusive Einkauf, Personalmanagement, Marketing und Kommunikation sowie die gesamte Investitionsplanung und die Umsetzung aller baulichen Maßnahmen. Darüber hinaus zeichnet der neue Stelleninhaber (m/w) für die Führung, Überwachung und Planung des Tierbestandes sowie die Leitung der Tierpflege verantwortlich.“

Erlebniswelten bei der Begegnung zwischen Mensch und Tier

Anfänger haben bei der Bewerbung keine Chance. Wie es weiter heißt, suche der Aufsichtsrat eine „erfahrene Führungspersönlichkeit mit der Fähigkeit, zoologische und betriebswirtschaftliche Zielplanungen aufgrund langjähriger Erfahrung in Leitungsfunktionen eines Zoos zu entwickeln und mit modernen Steuerungsinstrumenten konsequent umzusetzen“. Der Bewerber müsse zudem in der Lage sein, „Erlebniswelten bei der Begegnung zwischen Mensch und Tier zu schaffen“.

Die eher kantige Art des scheidenden Zoo-Chefs Blaszkiewitz scheint dabei einen bleibenden Eindruck hinterlassen zu haben. Denn gesucht wird explizit ein Bewerber mit „diplomatischem Auftreten“.

dpa/BM/alu