Der Polizist, der am Dienstag beim Aufeinandertreffen von rechtsextremen und linken Demonstranten in Hellersdorf mit einer Flasche verletzt wurde, wird womöglich einen bleibenden Gesundheitsschaden davontragen. Wie erst am Donnerstag bekannt bekannt wurde, verletzte ein Demonstrant den Zivilpolizisten bei den Auseinandersetzungen am Dienstagabend in Hellersdorf so schwer, dass die Gefahr besteht, dass er auf einem Auge erblindet. Das sagte Polizeisprecher Thomas Neuendorf der Berliner Morgenpost.
„Ein Demonstrant hat dem Beamten mit einer Glasflasche ins Gesicht geschlagen“, sagte Neuendorf. „Dabei wurde er schwer verletzt.“ Der Beamte erlitt einen mehrfachen Jochbeinbruch, eine Augenhöhle wurde verletzt und vermutlich wurde auch ein Gesichtsnerv durchtrennt. „Der Polizeibeamte muss auf jeden Fall operiert werden und es besteht die Gefahr, dass er die Sehfähigkeit auf einem Auge verliert.“
Der brutale Zwischenfall ereignete sich, als die Demonstration auf dem Alice-Salomon-Platz bereits dem Ende zuging. Polizisten begleiteten die knapp 40 rechtsextremen NPD-Anhänger zur nahegelegenen Straßenbahn. Dabei kam es von Seiten linksgerichteter Aktivisten, die sich für das Flüchtlingsheim in Hellersdorf einsetzen, zu einer Sitzblockade auf den Straßenbahnschienen.
Die Polizisten und die NPD-Anhänger wurden mit Flaschen und Steinen beworfen. Nach Aussagen einiger Zeugen des Vorfalls, habe sich ein Mann mit einer Glasflasche in der Hand dem Zivilpolizisten genähert. Mit den Worten „Scheiß Zivi-Bulle“ habe er dem Mann die Flasche unvermittelt ins Gesicht geschlagen. Der männliche Täter konnte mit Hilfe von Zeugen in der Menschenmenge ausfindig gemacht werden. Er wurde kurz nach der Tat festgenommen.
Innensenator Frank Henkel (CDU) und Polizeipräsident Klaus Kandt besuchten den verletzten Beamten undsprachen ihm persönlich die besten Genesungswünsche aus.
Henkel sagte der Berliner Morgenpost: „Das ist eine verstörende und menschenverachtende Tat, die ich scharf verurteile. Der Aufruf zu friedlichen Protesten gilt für alle, also auch für Gegendemonstranten. Dagegen ist hier eklatant verstoßen worden. Das war ein feiger Angriff. Meine Beamten tun alles, um alle Demonstrationen zu schützen, und dafür verdienen sie Respekt. Die Berliner Polizei ist in dieser aufgeheizten Situation kein Blitzableiter."
In einer ersten Meldung ging die Polizei davon aus, dass der Beamte mit einer Flasche beworfen wurde und es dadurch zum Jochbeinbruch kam.
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