Nach sechs Wochen der Ruhe haben Kriminelle in Berlin erneut versucht, durch das Sprengen eines Geldautomaten Beute zu machen. Das Vorhaben der Unbekannten, die am frühen Montagmorgen einen Geldautomaten im Vorraum einer Bankfiliale in Tiergarten knacken wollten, ist jedoch erneut gescheitert. Die Täter flüchteten mit einem Auto, die Polizei prüft Zusammenhänge mit ähnlichen Taten, die zuletzt Anfang Juli verübt wurden.

Zwei 52 und 59 Jahre alte Männer hatten kurz vor drei Uhr die Polizei alarmiert, nachdem sie in der Alten Potsdamer Straße eine laute Detonation gehört hatten. Anschließend hätten die Zeugen vier bis fünf Täter beobachtet, die kurz nach der Explosion in einen schwarzen Mercedes stiegen und mit dem Auto in Richtung Leipziger Straße davonfuhren, sagte ein Polizeisprecher.

Am Morgen war zunächst unklar, ob die Kriminellen an die Geldkassetten des Automaten gelangt waren. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei ergaben, dass die Täter trotz der heftigen Gasexplosion ohne Beute abziehen mussten. Wie die Berliner Morgenpost erfuhr, waren die am Mercedes angebrachten Kennzeichen zuvor gestohlen worden.

Zuletzt waren in Berlin in kurzer Folge Anfang Juli Geldautomaten in Kreuzberg und Wilmersdorf gesprengt worden. Die Täter hatten zuerst am Morgen des 7. Juli gegen 6.50 Uhr – also bei Tageslicht – an der Muskauer Straße Gas in den Bankautomaten geleitet und zur Detonation gebracht, nachdem sie die Tür zum Vorraum gewaltsam aufgebrochen hatten. Beute machten die Täter auch damals nicht. Auch in diesem Fall hatten Zeugen die Flucht der Täter mit einem Pkw beobachtet, der mit hohem Tempo in Richtung Mariannenplatz fuhr.

In der Nacht darauf wurde der Geldautomat einer Bank an der Augsburger Straße nach dem gleichen Muster aufgesprengt. Obwohl das Foyer erhebliche Schäden aufwies, hielt der Automat dem Druck stand, so dass die Täter ohne Beute entkamen. In diesem Fall benutzten die Kriminellen zwei Fluchtwagen. Beide Fälle wurden noch nicht aufgeklärt. Das zuständige Fachkommissariat prüft nun Zusammenhänge.

pol/plet