Nachdem ein Lehrer der Nelson-Mandela-Schule in Wilmersdorf selbst den Missbrauch an einem Schüler bei der Polizei angezeigt hat, äußert sich nun auch die freikirchliche Gemeinde, in der der Lehrer als Pastor gearbeitet hat, zu dem Vorfall. In dem Informationsschreiben des Schulleiters an die Eltern hieß es, dass sich der Missbrauch nicht an der Schule sondern im privaten Bereich der Familien ereignet habe.
Laut Medienberichten sollen sich die Familien von Täter und Opfer in der Gemeinde kennengelernt haben. Dazu schreibt die vor zwei Jahren in Berlin gegründete Kirche Newfrontiers auf der Starseite ihrer Internetplattform: „Sobald wir auf diese ernsthaften Vorwürfe aufmerksam wurden, haben wir sofort die nötigen Schritte eingeleitet, um die Polizei zu informieren“. Mit sofortiger Wirkung seien der betreffenden Person jegliche Verantwortlichkeiten in der Gemeinde entzogen worden. „Wir sind zutiefst schockiert und betrübt über die Situation und empfinden das tiefste Mitgefühl für die Betroffenen“, heißt es weiter. Zu dem Fall selbst will sich die Gemeinde aufgrund der noch andauernden Ermittlungen nicht äußern.
Landeskriminalamt ermittelt wegen sexuellen Missbrauchs
Der Lehrer hatte in der Gemeinde Glaubens-Kurse durchgeführt, in dem die Teilnehmer zwanglos bei einem gemeinsam Essen über den christlichen Glauben sprechen. Die evangelisch-freikirchliche Gemeinde gibt es seit etwa zwei Jahren in Berlin. Sie will vor allem auch offen sein für Nichtgläubige und Suchende. Die Kirche in Berlin wurde von der King’s Church Hastings in Großbritannien gegründet, der der betroffene Lehrer angehörte. King’s Church Husting bezeichnet sich als internationale Kirche. In zahlreichen Ländern hätten Mitglieder, die dort hingezogen seien, neue Gemeinden gegründet, heißt es in der Selbstbeschreibung im Internet.
Gegen den Lehrer ermittelt wie berichtet nun das Landeskriminalamt wegen schweren sexuellen Missbrauchs. Der Lehrer und Familienvater soll ein „intimes Verhältnis“ zu dem heute 13 Jahre alten Sekundarschüler gehabt haben. Die Nelson-Mandela-Schule hat Schulpsychologen eingesetzt, um die Schüler aufzuklären und vor allem die Kinder der betroffenen Familien zu unterstützen. Der Lehrer wurde von der Senatsbildungsverwaltung von allen dienstlichen Pflichten mit sofortiger Wirkung entbunden. Die Nelson-Mandela-Schule ist eine zweisprachige Schule. Die Schüler können hier sowohl das deutsche Abitur als auch einen internationalen Abschluss machen.
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