Für 29.690 Lernanfänger beginnt an diesem Sonnabend ein neuer Lebensabschnitt. Das sind fast 2000 mehr als im vergangenen Schuljahr. Die Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) wünscht besonders den Anfängern einen erfolgreichen Start: „Die Erfahrungen der ersten Schultage sind oft entscheidend, mit welchem Selbstvertrauen Kinder neue Aufgaben angehen“, sagt Scheeres. Eltern sollten ihre Kinder unterstützen, wenn etwas nicht gleich auf Anhieb gelingt.
Zuerst Unterricht in Containern
Nicht nur im Leben der Kinder ändert sich vieles, auch für die Berliner Schullandschaft ist der Start der neuen Schülergeneration mit neuen Herausforderungen verbunden. Zum ersten Mal wächst nicht nur die Zahl der Erstklässler, sondern auch die der Berliner Schülerzahl insgesamt. Dieser Trend wird sich laut Prognosen weiter fortsetzen und das Schulleben der jetzigen Anfänger in den kommenden Jahren entscheidend prägen.
Berlin fehlen jetzt Klassenräume oder sogar zusätzliche Schulen. Zunächst müssen sich viele Schüler auf Unterricht im Container einstellen. Für die sogenannten mobilen Unterrichtsräume stellt der Senat in den kommenden zwei Jahren 25,7 Millionen Euro zur Verfügung. Langfristig sollen die Bezirke dann 580 Millionen Euro für Schulbauten erhalten. Doch für dieses Jahr heißt es für viele Erstklässler erst einmal enger zusammenrücken. Die Container gibt es erst ab 2014, doch die Schülerzahl wächst jetzt schon. In den besonders betroffenen Bezirken wie etwa Pankow oder Lichtenberg müssen viele Schulen für die zusätzlichen Kinder Horträume aus dem Freizeitbereich zu Klassenräumen umfunktionieren.
Quereinsteiger aus anderen Berufen
Für die zusätzlichen Schüler werden aber nicht nur mehr Räume, sondern auch mehr Lehrer benötigt. Angesichts des Fachkräftemangels müssen die Schulen in einigen Fächern zunehmend auf Quereinsteiger aus anderen Berufen zurückgreifen, die dann berufsbegleitend qualifiziert werden. Außerdem beginnen 600 Referendare an den Schulen ihre praktisch Lehrerausbildung. Neu ist, dass die Referendare auf Wunsch schon 19 Stunden pro Woche selbstständig unterrichten können. In den kommenden Jahren sollen laut Bildungsverwaltung die Ausbildungsplätze für Lehrer um jeweils 250 erhöht werden.
Auf eine Qualitätsverbesserung können sich die Grundschüler beim Mittagessen freuen. Dafür müssen die Eltern allerdings auch mehr zahlen. Ab 1. Februar 2014 kostet eine Mahlzeit im Durchschnitt 3,25 Euro, das sind 1,25 mehr als bisher. Einkommensschwache Familien, die Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket erhalten, zahlen nur einen Euro. In sogenannten Mittagessenausschüssen. die zu Schuljahresbeginn an jeder Schule gewählt werden, sollen die Eltern ein stärkeres Mitspracherecht bei der Wahl der Caterer an der jeweiligen Schule haben.





