Am Berliner Hauptbahnhof ist eine der vier Lagerkonstruktionen, auf denen das Ost-West-Dach ruht, bei Kontrollen aufgefallen. „Einzelne Teile haben sich gegeneinander verdreht. Die Ursache steht noch nicht fest“, sagte eine Sprecherin der Deutschen Bahn. Menschen seien nicht gefährdet, betonte die Sprecherin. „Es gibt gegenwärtig kein Risiko für die Standsicherheit der Dachkonstruktion“, sagte sie.
Die Lagerkonstruktionen würden jetzt häufiger kontrolliert und auch messtechnisch überwacht, sagte die Sprecherin weiter. Eine Instandsetzung sei vorgesehen. „Dieses Vorgehen wurde mit dem Eisenbahn-Bundesamt abgestimmt“, sagte die Sprecherin. Vom 20. bis 23. August sei eine Überarbeitung der Lagerkonstruktion betrieblich eingeplant. Während dieser Zeit werde das Gleis 11 auf der Stadtbahnebene nicht zur Verfügung stehen.
Das Dach, das die drei Ost-West-Bahnsteige überspannt, gilt als eine besonders komplizierte Konstruktion. 2007 – ein Jahr nach der Eröffnung – fiel während eines Orkans ein Stahlriegel aus der Fassade. Im vergangenen Jahr stellte sich heraus, dass die oberirdischen Gleiskonstruktionen für 25 Millionen Euro saniert werden müssen.
Der Hauptbahnhof wurde von Architekt Meinhard von Gerkan entworfen und am 26. Mai 2006 nach langen Debatten eröffnet. Das Prestigeobjekt der Bahn kostete rund 1,2 Milliarden Euro – und war damit fast doppelt so teuer wie geplant. Durchschnittlich betreten heute pro Tag rund 300.000 Menschen den Bahnhof am Rand des Regierungsviertels. Mehr als 1000 Züge und S-Bahnen halten jeden Tag auf zwei Gleisebenen.
dpa/sh




