Wird das Hallendach für den Berliner Hauptbahnhof doch noch um gut 130 Meter verlängert? Mit dieser Frage will sich an diesem Mittwoch nun auch der Verkehrsausschuss des Deutschen Bundestages beschäftigten. Eingeladen dazu ist auch der Vorstandschef der Bahnhofssparte der Deutschen Bahn, André Zeug.
Erst im Frühjahr war die Kontroverse über das Hallendach über den Ost-West-Bahnsteigen des Hauptbahnhofs neu entbrannt. Zuvor war bekannt geworden, dass die Deutsche Bahn im Jahr 2015 die Gleise für Fern- und Regionalzugverkehr für voraussichtlich drei Monate voll sperren muss, weil die Brückenverbindungen unter der Stadtbahntrasse dringend saniert werden müssen. Anschließend soll eine etwa zweimonatige Sperrung der S-Bahn-Gleise folgen.
Erst Bahnhofs-Architekt Meinhard von Gerkan, dann aber auch mehrere Bundestagsabgeordnete erhoben daraufhin die Forderung, das Glasdach über den Gleisen auf die von Gerkan eigentlich geplante Ausdehnung von 455 Metern zu verlängern. Um den Fertigstellungstermin vor der Fußball-WM 2006 zu halten, hatte der damalige Bahn-Chef Hartmut Mehdorn die Konstruktion auf 321 Meter Länge kürzen lassen.
Die elf daraufhin nicht montierten Dachsegmente liegen seither ungenutzt in einem Bahn-Depot am Berliner Ostbahnhof.
Untersuchung zur Machbarkeit nicht abgeschlossen
In einer Stellungnahme verweist das Bundesverkehrsministerium darauf, dass die angekündigte dreimonatige Teilsperrung der Stadtbahn zeitlich für eine Verlängerung des Hallendachs nicht ausreichen wird. Dagegen spreche auch, dass für die notwendigen Arbeiten Fern- und S-Bahn-Gleise gleichzeitig gesperrt werden müssten, was zu wesentlich größeren Einschränkungen des gesamten Eisenbahnverkehrs auf der Stadtbahn führen würde. Eine abschließende Entscheidung gebe es aber noch nicht.
So hatte Bahn-Vorstandschef Rüdiger Grube dem Haushaltsausschuss des Bundestages im Mai 2013 eine erneute Prüfung der Machbarkeit einer Dachverlängerung und deren technischer, logistischer und finanziellen Folgen zugesagt. Diese Untersuchung sei noch nicht abgeschlossen, ein Ergebnis werde voraussichtlich erst im Herbst vorliegen, sagte ein Bahnsprecher der Berliner Morgenpost.
Zuletzt hatte das Unternehmen eine Entscheidung bis zur Sommerpause angekündigt. „Wir untersuchen detailliert die baulichen, finanziellen und vor allem die verkehrlichen Auswirkungen“, sagte der Sprecher.
Nach einem bereits 2008 erstellten Gutachten würde die Verlängerung des Daches für den Hauptbahnhof rund 53 Millionen Euro kosten. Verkehrspolitiker wie der Grünen-Abgeordnete Stefan Gelbhaar und der Berliner Fahrgastverband hatten bereits gefordert, auf diese Ausgabe zu verzichten und das Geld besser in den Erhalt der oft maroden Bahnhöfe und Stationen in der Stadt und im Umland zu investieren.
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