Pankow

Nach Tumult in Freibad berät Ausschuss über Einlassregeln

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Isabell Jürgens

Foto: Paul Zinken / dpa

Darf man ein Freibad zur Sicherheit nur für Familien öffnen? Der Sportausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses soll sich mit dem umstrittenen Badeverbot für Jugendliche in Pankow beschäftigen.

Nach den Tumulten im Freibad Pankow wird die umstrittene Einlass-Politik vom vergangenen Wochenende nun ein Fall für das Abgeordnetenhaus. Am Wochenende hatten nur noch Familien Zutritt zu dem beliebten Sommerbad bekommen. Gruppen von Jugendlichen war dagegen der Eintritt verwehrt worden. Das Berliner Abgeordnetenhaus will sich im Sportausschuss nun mit der umstrittenen Entscheidung der Berliner Bäderbetriebe befassen. „Wir freuen uns auf die Diskussion im Sportausschuss“, sagte am Montag der Sprecher der Berliner Bäder-Betriebe, Matthias Oloew. „Uns ist bewusst, dass wir da eine ganz andere Vorgehensweise gewählt haben. Das war ein Test.“ Das Unternehmen wolle sich der Diskussion stellen.

Nachdem am Freitagabend etwa 50 junge Männer einen Bademeister in Pankow bedroht hatten und 60 Polizisten schlichtend eingreifen mussten, waren am Wochenende nur noch Familien in das Bad gelassen worden. Bereits eine Woche zuvor war die Polizei nach Pankow gerufen worden, als es am Eingang des Freibades wegen Überfüllung zu Tumulten gekommen war.

Positive Reaktionen der Besucher

Es sei das erste Mal bei den Berliner Bäder-Betrieben gewesen, dass der Eintritt in dieser Art reglementiert worden sei, sagte Oloew weiter. Ob dieser Weg möglicherweise erneut eingeschlagen werde, wenn es zu Tumulten kommen sollte, sei von der aktuellen Diskussion über das Vorgehen abhängig. Von den Gästen in dem Bad habe es „sehr positive“ Reaktionen gegeben. Einige Besucher wiederum, die vor dem Eingang gestanden und nicht in das Bad gekommen seien, hätten sich geärgert, sagte Oloew.

Inzwischen sei das Sommerbad wieder für alle geöffnet. Mit Schulbeginn habe sich die Lage merklich entschärft. Der Berliner Ferienpass, der quasi freien Eintritt zu den Bädern ermöglichte, habe seine Gültigkeit verloren. „Wir haben ja den Jugendlichen, die in Pankow abgewiesen wurden, nicht den Zutritt zu allen unseren Bädern verwehrt“, betonte Oloew. Angesichts des viel geringeren Andrangs am Montag sei es nicht nötig, zusätzliches Personal einzusetzen.

Der Bäder-Sprecher verwies jedoch darauf, dass es gelungen sei, mit dem Projekt „Cool am Pool“ die Situation im Neuköllner Sommerbad am Columbiadamm erfolgreich zu befrieden. Dort war es in der Vergangenheit zu ähnlichen Vorfällen wie in Pankow gekommen. 24 ehrenamtliche Streitschlichter aus dem Kiez sorgen dort, unterstützt und ausgebildet vom zuständigen Polizeiabschnitt und der Gesellschaft für Jugend- und Sozialarbeit, seit drei Jahren für Ruhe. „So etwas würden wir auch sehr gern in Pankow einführen, allerdings haben wir dort noch keine Kooperationspartner gefunden“, so Oloew weiter. Die CDU hatte angekündigt, den Vorfall zum Thema im Sportausschuss zu machen.