Der 1. August 2013 bringt zwei einschneidende Veränderungen in der Familienpolitik: Neben dem Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für ein- und zweijährige Kinder geht auch das umstrittene Betreuungsgeld an den Start.

Befeuert durch die bislang eher geringe Nachfrage, spricht die Opposition dabei von einem „Ladenhüter“ und dem „falschen Weg“ in der Familienpolitik. Die Union verteidigte hingegen die Leistung für Eltern, die für ihre Kleinkinder keinen öffentlich geförderten Betreuungsplatz in Anspruch nehmen.

Doch die Nachfrage nach dem Geld ist bundesweit bisher eher verhalten. Auch in Berlin sind nach Recherchen der Berliner Morgenpost nur 35 Anträge auf Betreuungsgeld eingegangen. Spitzenreiter ist der Bezirk Mitte mit zehn Anträgen. In Charlottenburg-Wilmersdorf sind acht, in Tempelhof-Schöneberg fünf und in Marzahn-Hellersdorf vier Anträge eingegangen.

Auch die Brandenburger halten sich bislang noch zurück

Drei Antragsteller verzeichnet Steglitz-Zehlendorf, je zwei Pankow und Kreuzberg-Friedrichshain. In Neukölln gibt es bislang lediglich einen Interessenten. Bisher keine Anträge registrieren Lichtenberg und Treptow-Köpenick.

In den Bezirken Reinickendorf und Spandau war am Montag keine Auskunft zu erhalten.

Auch die Brandenburger halten sich bislang noch zurück. In Potsdam seien erst zwei formlose Nachfragen eingegangen, sagte der Sprecher der Landeshauptstadt am Montag. 20 Mütter oder Väter hätten sich unverbindlich über die monatliche Zahlung für ihre Kinder informiert.

Berlin erwartet maximal 24.000 Anträge

Ilja Koschembar, Sprecher der Senatsverwaltung für Jugend und Familie, erklärte, dass die aktuellen Zahlen „keine seriösen Rückschlüsse“ auf das Interesse am Betreuungsgeld zulassen. Denn der frühste Bezugstermin für die Eltern-Hilfe ist der 1. Oktober 2013. Geld gibt es nur für die Familien, deren Kinder nach dem 1. August 2012 geboren wurden und zum Stichtag 15 Monate alt sind.

„Vom 1. Oktober an rechnen wir mit einer deutlich höheren Zahl von Anträgen“, so Koschembar. Insgesamt erwarte Berlin maximal 24.000 Anträge. Das sei die Zahl einjähriger und jüngerer Kinder, die noch nicht in Kitas oder der Kindertagespflege betreut würden. 66 Prozent aller ein- und zweijährigen Kinder in Berlin besuchen diese Einrichtungen.