Schiffe und Boote können die Schleusen in Berlin und Brandenburg wieder passieren. Der dreitägige Streik der Mitarbeiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes ist seit Sonntag zu Ende. Eine Sprecherin des Bundesverkehrsministeriums bestätigte, dass die Schleusen wieder geöffnet seien.

Doch schon bald könnten die Schleusenwärter erneut ihre Arbeit niederlegen, sollte das Bundesverkehrsministerium nach Angaben der Gewerkschaft Ver.di kein Angebot für einen Tarifvertrag vorlegen. „Nach dem Streik ist vor dem Streik“, sagte Ver.di-Sprecher Andreas Splanemann am Sonnabend. Ausflugsboote und andere Schiffe hatten von Donnerstag bis Samstag notgedrungen an bis zu 17 Schleusen in Berlin und Brandenburg Halt warten müssen.

Ein Viertel der rund 12 000 Arbeitsplätze bei den verschiedenen Wasser- und Schifffahrtsämtern in ganz Deutschland soll abgebaut werden. Um diesen tiefgreifenden Umbau der Behörde zu gestalten, fordert die Gewerkschaft Verdi einen Tarifvertrag und hatte zu bundesweiten Streiks an Schleusen aufgerufen. Bislang sei der Bundesverkehrsminister darauf aber nicht eingegangen. Verdi kündigte am Sonntag eine Streikpause an, um den Verhandlungspartner ausreichend Zeit für ein Angebot zu geben.

Ver.di droht mit längerem Streik

Das Ministerium hatte zwar versichert, dass niemand betriebsbedingt gekündigt werden soll oder weniger verdienen solle. Dies reicht der Gewerkschaft jedoch nicht aus. Sie besteht wegen der größeren Rechtsverbindlichkeit auf einem Tarifvertrag. Darin könnten dann auch wichtige Detailfragen geregelt werden, die bislang noch offen sind, erklärte Splanemann.

Der dreitägige Ausstand sei ein „sanfter Einstieg“ gewesen. Die Schleusen könnten im schlimmsten Fall auch für zwei Wochen blockiert werden. „Wir waren selbst überrascht von der hohen Streikbereitschaft“, sagte er. Dass solle der Arbeitgeber ernst nehmen.

Der Streik hatte am Donnerstag begonnen. Am ersten Tag hatten 500 Schleusenwärter und andere Angestellte des WSV die Arbeit niedergelegt, da sich auch das WSV Eberswalde den Streikenden anschloss. Zunächst waren so 17 Schleusen dicht, an den beiden folgenden Tagen waren es drei weniger. Laut Wirtschaftsverband Wassertourismus hat der Streik viele Bootsvermieter „hart getroffen“, wird dessen Geschäftsführer am Sonnabend in der „Märkischen Allgemeinen“ zitiert.

dpa/ap