Ausflugsschiffe und Sportboote können von diesem Sonntag an wieder die Schleusen in Berlin und Brandenburg passieren. In der Nacht zu Sonntag sollte der dreitätige Streik des Schleusenpersonals enden, bestätigte Ver.di-Sprecher Andreas Splanemann. 250 Mitarbeiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes (WSV) hatten die Arbeit niedergelegt, 17 Schleusen in Berlin und Brandenburg blieben zeitweise geschlossen. Splanemann kündigte allerdings schon weitere Streiks an, falls der Bund den Forderungen nicht nachkommt.
Die Gewerkschaft erwartet vom Bund als Arbeitgeber einen Tarifvertrag, um den Stellenabbau bei der WSV zu regeln. Bis zu ein Viertel der bundesweit 12.000 Stellen soll nach Plänen des Bundes wegfallen.
Ver.di-Sprecher droht mit weiteren Streiks
Bis Sonnabend hatte die Gewerkschaft kein Angebot des Bundesverkehrsministeriums als Dienstherrn der Behörde erreicht. Das Ministerium hatte allerdings versichert, dass niemand betriebsbedingt gekündigt werden soll oder weniger verdienen solle. Dies reicht der Gewerkschaft jedoch nicht aus. Sie besteht wegen der größeren Rechtsverbindlichkeit auf einem Tarifvertrag. Darin könnten auch wichtige Detailfragen geregelt werden, die bislang noch offen sind, so Splanemann. Er kündigte weitere Streiks an, falls der Bund nicht auf die Forderungen der Gewerkschaft eingehen sollte. „Nach dem Streik ist vor dem Streik“, sagte er.
Der dreitägige Ausstand sei ein „sanfter Einstieg“ gewesen. Die Schleusen könnten im schlimmsten Fall auch für zwei Wochen blockiert werden. „Wir waren selbst überrascht von der hohen Streikbereitschaft“, sagte er. Dass solle der Arbeitgeber ernst nehmen.
Der Streik hat am Donnerstag begonnen. Am ersten Tag hatten 500 Schleusenwärter und andere Angestellte des WSV die Arbeit niedergelegt. Zunächst waren so 17 Schleusen dicht, an den beiden folgenden Tagen waren es drei weniger. Veranstalter von Bootsreisen hatten den Zeitpunkt des Streiks kritisiert.
dpa





