In eigener Sache

Funke Mediengruppe übernimmt die Berliner Morgenpost

Der Medienkonzern Axel Springer verkauft seine Regionalzeitungen, darunter die Berliner Morgenpost, sowie die Programm- und Frauenzeitschriften an die Funke Mediengruppe für 920 Millionen Euro.

Foto: FABRIZIO BENSCH / REUTERS

Die Funke Mediengruppe kauft die Berliner Morgenpost von der Axel Springer AG. Das Unternehmen übernimmt außerdem das „Hamburger Abendblatt“ sowie die Programm- und Frauenzeitschriften von Axel Springer, darunter die „Hörzu“. Der Kaufpreis für alle übernommenen Titel betrage insgesamt 920 Millionen Euro, teilte das Unternehmen mit. Es sei ein entsprechender rechtsverbindlicher Vorvertrag geschlossen worden. Die Transaktion muss noch von den Kartellbehörden genehmigt werden.

Für die Berliner Morgenpost und ihre Leser bedeutet dies eine Fortführung der über hundertjährigen Tradition als große bürgerliche Zeitung in Berlin. Für Abonnenten und Anzeigenkunden ändert sich nichts, die bisher gewohnten Ansprechpartner bleiben. Chefredakteur Carsten Erdmann: „Für uns ist dieser Schritt die Chance, unseren Lesern auch in Zukunft die journalistische Qualität zu bieten, die sie von ihrer Berliner Morgenpost gewohnt sind. Und das im Verbund mit einem Verlag, der die Bedeutung regionaler Zeitungen kennt und sie erfolgreich ins digitale Zeitalter führen will.“

Die Funke Mediengruppe, zu der schon heute unter anderem die Westdeutsche Allgemeine Zeitung, Neue Ruhr/Neue Rheinzeitung und die Braunschweiger Zeitung gehören, beschleunigt durch die Übernahme der Titel von Axel Springer die Entwicklung zu einem führenden nationalen Medienhaus. Das Unternehmen konzentriert sich künftig noch stärker auf den Ausbau seiner erfolgreichen Regionalmedien und Zeitschriften mit einer Verbindung von Print und Digital. „Gemeinsam mit den zu uns kommenden Kolleginnen und Kollegen bauen wir ein nationales Medienhaus auf“, erklärte Thomas Ziegler, Geschäftsführer der Funke Mediengruppe. Das Unternehmen stehe für „erfolgreiche Regionalzeitungen und erfolgreiche Magazine, journalistische Qualität und wirtschaftlichen Ertrag“.

Der Vorstandsvorsitzende von Axel Springer, Mathias Döpfner, sagte, die Entscheidung, sich von einigen der traditionsreichsten Marken des Hauses zu trennen, sei nicht leichtgefallen. „Wir sind jedoch sicher, dass die Bündelung in der Funke Mediengruppe, die sich im Kern auf regionalen Print- und Online-Journalismus sowie Magazine konzentrieren will, für eine langfristige Perspektive der Marken und deren Mitarbeiter das Beste ist.“ Gleichzeitig betont das Unternehmen, dass die Trennung von den Regionalzeitungen, Programm- und Frauenzeitschriften kein Notverkauf sei. Die Titel seien hochprofitabel. Rund 900 Mitarbeitern und damit sechs Prozent der bisherigen Springer-Stammbelegschaft wechseln den Plänen zufolge in die Funke Mediengruppe.

Die Axel Springer AG und die Funke Mediengruppe – vormals WAZ Mediengruppe – haben zudem vereinbart, Gemeinschaftsunternehmen für den Vertrieb und die Vermarktung von gedruckten und digitalen Medienangeboten zu gründen und damit ihre Aktivitäten, Ressourcen und ihr Know-how in diesen Bereichen zu bündeln. In beiden Gesellschaften wird Axel Springer in der unternehmerischen Führung sein und die Mehrheit halten. Die Regionalzeitungen und Zeitschriften sollen mit wirtschaftlicher Wirkung zum 1. Januar 2014 verkauft werden. Vom Kaufpreis werden laut Springer beim Vollzug des Geschäfts 660 Millionen Euro fällig, spätestens sei diese Summe am 30. Juni 2014 zu zahlen. Die restliche Summe werde Springer der Funke Mediengruppe als ein Verkäuferdarlehen mit mehrjähriger Laufzeit gewähren. Das Kartellamt kündigte die Prüfung des Vorgangs an.