Auf einstigem Brachland entstand das neue Zentrum der Bundesrepublik: 22 Jahre nach dem Beschluss zum Regierungsumzug von Bonn nach Berlin sind die Bauprojekte für die Hauptstadt weitgehend vollendet. Von 470 Einzelprojekten für Regierung und Parlament seien 80 Prozent fertig, sagte der Ministerialdirektor im Bundesbauministerium, Günther Hoffmann, in Berlin.

Hoffmann und Berlins Senatsbaudirektorin Regula Lüscher zogen am Donnerstag Bilanz über die Zusammenarbeit bei der Neugestaltung der Mitte in der einst geteilten Stadt. In der Zusammenarbeit zwischen dem Bund und Berlin, die vorerst bis 2015 geplant ist, habe es zunächst etwas geknirscht, sagte Hoffmann. Man habe sich aber schnell auf eine gemeinsame Linie geeinigt.

Am 20. Juni 1991 hatte der Bundestag den Hauptstadtbeschluss gefasst. Zwei Jahre später, am 4. Juli 1993, wurde mit der „Entwicklungsmaßnahme Hauptstadt Berlin – Parlament- und Regierungsviertel“ die Voraussetzung für die Neugestaltung Berlins als deutsche Hauptstadt geschaffen.

25 Kilometer Straßen gebaut

Dazu gehörten Planung, Bauvorbereitung sowie Neubau und Reparatur von 25 Kilometer Straßen und 14 Brücken mit einem Kostenvolumen von mehr als 500 Millionen Euro. Nicht inbegriffen sind die Kosten für die Bauten, die mit insgesamt rund zehn Milliarden Euro beziffert wurden.

Ministerien, Regierungsbauten, Botschaften und Verbandszentralen seien heute selbstverständlicher Teil Berlins, sagte Lüscher. 260 Hektar seien bebaut worden, was der Größe von 365 Fußballfeldern entspricht, sagte Hoffmann. Rund zwei Millionen Tonnen Boden seien ausgehoben worden, das entspreche etwa 6700 Schiffsladungen.

Zu den offenen Hauptstadt-Vorhaben zählte Berlins Senatsbaudirektorin die Gestaltung von Freiflächen, etwa um das künftige Berliner Schloss sowie beim sogenannten „Luisenblock“ am Spreebogen, und die Verkehrsführung vor dem Kanzleramt.

dpa/mim