Der Verband Deutscher Grundstücksnutzer (VDGN) fordert vom Senat ein aktives Grundwassermanagement und befürwortet die Pläne des Finanzsenators Ulrich Nußbaum (parteilos, für SPD), Mittel aus dem Fluthilfefonds für Berlin zu fordern. „Diese und weitere Mittel müssen aber vorrangig für aktives Grundwassermanagement eingesetzt werden“, sagt der Präsident des VDGN, Peter Ohm, „und nicht nur für passiven Schutz durch das Abdichten von öffentlichen Gebäuden.“
Das Grundwasser steigt in Berlin dramatisch an. Tausende Häuser und 77 öffentliche Gebäude sind gefährdet. Berliner Hausbesitzern drohen Schäden in Millionenhöhe. Auch das Rote Rathaus, das Konzerthaus, mehrere Senatsverwaltungen, Finanzämter, die Bezirksämter Reinickendorf und Mitte sowie das Amtsgericht Tempelhof-Kreuzberg und das Kulturhaus Palais Podewill sind in ihrer Substanz gefährdet.
Grundwasser um rund einen halben Meter gestiegen
Der Grundwasserspiegel sei laut einer Studie der KWS Geotechnik GmbH in den vergangenen zwei Jahrzehnten um rund einen halben Meter gestiegen, in vielen Bereichen sogar um mehr als einen Meter. Nußbaum forderte deshalb, dass der Bund die Hauptstadt mit Geld aus dem Fluthilfefonds unterstützt. „Das Wasser im Roten Rathaus symbolisiert den Zustand in Berlin. Deutschlands wichtigster Siedlungsplatz wird davon bedroht, dass das Grundwasser wieder auf sein natürliches Niveau ansteigt“, sagt Ohm. Die öffentliche Hand würde nichts unternehmen, um siedlungsverträgliche Grundwasserstände in einer Stadt zu gewährleisten, die ursprünglich auf einem Sumpfgebiet gebaut worden ist.
Auch Kai Wegner, Generalsekretär der CDU, forderte ein rasches Handeln. „Endlich hat auch Finanzsenator Nußbaum das steigende Grundwasser als Problem erkannt. Seit Jahren haben viele Menschen sowie Unternehmen gegen voll gelaufene Keller und Gewerberäume zu kämpfen. Der Runde Tisch Grundwassermanagement der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung muss endlich zu Ergebnissen für die betroffenen Menschen und Unternehmen führen.“
ag




