Jedes dritte Berliner Kind lebt in einer Hartz-IV-Familie. Die meisten von ihnen wohnen in den Bezirken Mitte, Neukölln und Friedrichshain-Kreuzberg, wie aus einer am Freitag veröffentlichten Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der Linksfraktion hervorgeht. Insgesamt gab es demnach im Jahr 2012 genau 168.006 ärmere Kinder in der Hauptstadt – nur 72 weniger als ein Jahr davor.
Besonders stark gestiegen ist die Zahl der Kinder, deren Eltern einen Migrantenhintergrund haben und zugleich Arbeitslosengeld II beziehen – von 62.854 auf 84.672. Auch immer mehr Alleinerziehende brauchen Hilfe – in diesen Haushalten stieg die Zahl der ärmeren Kinder um 600 auf etwa 76.000.
Die Unterschiede zwischen den Berliner Bezirken sind deutlich: So stammt jedes zweite Kind in Mitte aus einer Hartz-IV-Familie. In Steglitz-Zehlendorf dagegen ist es gerade einmal jedes neunte. Bei den jüngsten Kindern unter acht Jahren nimmt der Bezirk Neukölln mit 53 Prozent die traurige Spitzenposition ein.
Hartz-IV-Klagen gehen zurück
Die Zahl der Hartz-IV-Klagen in Berlin sank in den ersten fünf Monaten 2013 um rund fünf Prozent. Allein im Mai gingen die Klagen im Vergleich zum Vorjahresmonat um fast neun Prozent zurück.
Einen so deutlichen Rückgang über Monate hinweg habe es zuvor noch nicht gegeben, erklärte die Justizverwaltung am Freitag. „Die nächsten Monate werden zeigen, ob es sich hierbei um eine Momentaufnahme handelt oder um den Beginn einer Trendwende“, sagte Justizsenator Thomas Heilmann (CDU).
Schon im vergangenen Jahr war die absolute Zahl der Hartz-IV-Klagen an Deutschlands größtem Sozialgericht zwar leicht gesunken. Dafür gab es zusätzlich mehrere hundert Verfahren wie Vollstreckungen im weiteren Zusammenhang mit Hartz IV.
Im aktuellen Jahr seien zahlreiche Maßnahmen umgesetzt worden, die die Justizverwaltung gemeinsam mit den Sozialgerichten und der Agentur für Arbeit erarbeitet habe, erläuterte Heilmann. Bis zum Jahresende sollen nun auch Bescheide noch klarer formuliert werden. „Ich hoffe natürlich sehr, dass dieser Einsatz mit weiter sinkenden Klagezahlen belohnt wird“, erklärte Heilmann. Das entlastete nicht nur die Gerichte, sondern auch die Betroffenen.
BM/ap/mim/dpa





