Die Arbeitslosigkeit ist in Berlin im Mai leicht gesunken – und das obwohl die Arbeitslosenzahl in Deutschland steigt.

Im Mai waren 212.873 Berliner arbeitslos gemeldet, teilte die regionale Arbeitsagentur am Mittwoch mit. Das waren 3249 weniger als im April und 2983 weniger als im Mai 2012.

Damit lag die Arbeitslosenquote in der Hauptstadt bei 11,8 Prozent. Sie sank um 0,5 Prozentpunkte unter den Wert des Vormonats und ist um 0,4 Prozentpunkte niedriger als noch vor einem Jahr.

Erfreulich sei ein Rückgang der Jugendarbeitslosigkeit bei den 15- bis 25-Jährigen, sagte der Chef der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg, Dieter Wagon.

Auch in Brandenburg sinkt Arbeitslosigkeit

Auch in Brandenburg ist die Arbeitslosenquote erneut gesunken. Im Mai verringerte sich die Zahl der Arbeitslosen um 6883 im Vergleich zum Vormonat auf nun 131.538 gemeldete Arbeitslose, teilte die regionale Arbeitsagentur am Mittwoch mit.

Die Arbeitslosenquote lag bei 9,8 Prozent und damit um 0,5 Prozentpunkte unter dem April-Wert. Im Vergleich zum Mai 2012 waren 2676 Brandenburger weniger arbeitslos – ein leichter Rückgang der Arbeitslosenquote um 0,2 Prozentpunkte.

Am Brandenburger Arbeitsmarkt zeige sich eine deutliche Frühjahrsbelebung, sagte der Chef der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg, Dieter Wagon. Bereits im April war die Arbeitslosigkeit in Brandenburg um 0,5 Prozentpunkte gesunken.

Bundesweit mehr Arbeitslose als erwartet

Die Arbeitslosenzahl in Deutschland hat dagegen mehr als vier Mal so stark zugenommen wie Volkswirte geschätzt hatten. Saisonbereinigt stieg die Zahl der Beschäftigungslosen um 21.000 auf 2,96 Millionen Personen, wie die Bundesarbeitsagentur in Nürnberg am Mittwoch mitteilte.

Dies ist der vierte Zuwachs in Folge. Eine Umfrage unter 35 Volkswirten durch Bloomberg hatte lediglich auf ein Plus von 5000 Arbeitslosen hingedeutet. Die saisonbereinigte Arbeitslosenrate verblieb bei 6,9 Prozent und damit leicht über dem 20-Jahrestief von 6,8 Prozent.

Damit scheinen die Schuldenkrise in Europa und der lange Winter auch in Europas größter Volkswirtschaft Bremsspuren hinterlassen zu haben. “Die deutsche Industrie ist nicht immun gegen die Einflüsse des schlechten Wetters und die Rezession in der Eurozone”, sagte Annamaria Grimaldi, Volkswirtin bei Intesa Sanpaolo SpA in Mailand. “Aber verglichen mit dem Rest Europas ist Deutschland in sehr guter Verfassung und ich gehe davon aus, dass sich die Wirtschaft im zweiten Quartal erholen wird.”

Dies dürfte sich mittelfristig auch am deutschen Arbeitsmarkt bemerkbar machen. “Die deutsche Wirtschaft ist robust. Früher oder später werden die Arbeitslosenzahlen wieder nach unten gehen”, sagte Alexander Koch, Volkswirt bei der UniCredit Group in München. “Ich bin ziemlich optimistisch für die kommenden Monate gestimmt.”

dpa/Bloomberg/oje