Am Freitag ist Sommersonnenwende. Die kürzeste Nacht des Jahres kann für viele noch kürzer werden. Seit 1995 wird in Berlin am 21. Juni traditionell die „Fête de la Musique“ gefeiert. Die Idee, den Sommer mit Musik zu begrüßen, stammt aus Frankreich. Der ehemalige Kulturminister Jack Lang wollte junge Amateure ermutigen, ihr Talent zu zeigen.

Mittlerweile ist es ein internationaler Tag der Musik geworden, an dem Profis und Laien ihr Können auf den Straßen und Plätzen zu Gehör bringen. Elektrische Verstärkung unerwünscht. Spontanes Publikum und Beifallsbekundungen erwünscht. Falls das vorhergesagte Gewitter nicht die Open-Air-Veranstaltung stört, sollten Berliner und Touristen wieder einen Kunstgenuss der besonderen Art geboten bekommen.

An 104 Orten, verteilt über das gesamte Stadtgebiet, werden sich ab 16 Uhr bis zu 500 Gruppen und Musiker präsentieren. Zu den Hochburgen des Festivals zählen die Innenstadtbezirke Prenzlauer Berg, Friedrichshain-Kreuzberg und Mitte. Jede Musikrichtung ist vertreten: von Jazz, Swing, Hip-Hop und R&B über Indie, Alternative, Hardcore, Flamenco, Klassik und vieles mehr. Das Publikum muss keinen Eintritt zahlen, da alle Musiker ohne Honorar auftreten.

Das Programm richtet sich von 16 bis 20 Uhr an Kinder und Familien. Ab 20 Uhr sollen die Nachtschwärmer mit der „Fête de la Nuit“ angesprochen werden. Die Berliner Morgenpost gibt 20 Empfehlungen für die kürzeste Nacht.

Ein bunter Mix für Kinder und Jugendliche

An Maries Bühne an der Marienburger Straße 41 in Prenzlauer Berg können Kinder von 16 bis 20.30 Uhr aus vielen unterschiedlichen Materialien unter Anleitung selbst Instrumente bauen. „Fette Musike“ gibt es an der Kollwitzstraße 37 in Prenzlauer Berg. Geboten wird ein bunter Mix, der sich vor allem an Kinder und Jugendliche richtet.

Um 18 Uhr ist Beatboxing, wobei man Scratches, Schlagzeug- und andere Percussion-Rhythmen mit dem Mund, der Nase und dem Rachen imitiert. Nachmachen ist gern gesehen und bringt definitiv den einen oder anderen Lacher in der Familie. Für Familien mit kleineren Kindern ist das Cabuwazi Treptow eine gute Idee. Unter dem Motto „anfassen, reinblasen und draufhauen“ sind alle kleinen Gäste von 16.30 Uhr bis 19 Uhr eingeladen, bei einem Mitmachzirkus an der Bouchestraße 74 dabei zu sein und sich auszuprobieren.

Im Konzerthaus Berlin am Gendarmenmarkt spielt von 17 bis 22 Uhr das Orchesterensemble Camerata Europaea. An diesem Ort werden natürlich klassische und zeitgenössische Stücke gegeben. Beispielsweise die Hebriden-Ouvertüre, Op. 26 von Felix Mendelssohn Bartholdy.

Frenchy Night in der Schönhauser Allee

Im Konzertsaal der Universität der Künste an der Hardenbergstraße 33 in Charlottenburg bietet das Stanford Symphony Orchestra von 18 bis 21.30 Uhr einen „Beethoven Marathon“. Die Mitglieder sind Studierende der Stanford University aus allen Fachbereichen. In der Heilig-Kreuz-Kirche an der Zossener Straße 65 in Kreuzberg spielen Studenten der UdK Kammermusik, Entspannung inklusive.

Im Artenschutztheater an der Lüneburger Straße in Moabit stehen die Musikstile Flamenco, Funk und Singersongwriter auf dem Programm. Bands wie El Compadre und Ruperts Kitchen Orchestra spielen ab 18 Uhr. An der Muskauer Straße in Kreuzberg ist Reggae, Hip-Hop, R&B und House bei BlockParty@RosaCaleta angesagt.

Etwas wilder geht es im Feuermelder zu. Gespielt werden Hardcore, Metal und Punk an der Krossener Straße 24 in Friedrichshain. Mit Sicherheit kein Charts-Erlebnis. Wer die Verbindung zum Ursprung der „Fête de la Musique“ sucht und gerne an Frankreich denkt, ist bei der Frenchy Night genau richtig. Französischer Funk-Pop und Gipsy wird im Kesselhaus ab 22 Uhr an der Schönhauser Allee 36 in Prenzlauer Berg geboten.

Ab 22 Uhr geht die „Fête de la Nuit“ in Bars und Clubs weiter

Die Alternative bietet das Brel-Gainsbourg am Savignyplatz in Charlottenburg mit französischen Chansons sowie Pop und Partymusik. Von 16 bis 22 Uhr wird Open Air gespielt, ab 22 Uhr geht die „Fête de la Nuit“ in der Bar weiter. Die Junction Bar spielt ab 22 Uhr Rock und Pop an der Gneisenaustraße in Kreuzberg. Mit einem netten Getränk in der Hand zuhören und gelassen in die Nacht feiern.

Lido-Emergenza-Rock im Grünen: Wie der Name schon vermuten lässt, geben an der Cuvrystraße 7 in Kreuzberg die Musiker Rock, Indie und Alternative zum Besten. Showbeginn ist 17 Uhr, Ende um 22 Uhr. Um 18 Uhr tritt beispielsweise Erik Hoeppe auf und präsentiert Jazz, Pop und Filmmusik.

Etwas zum Entspannen findet man hingegen in der Passionskirche. Verschiedene Chöre singen am Marheinekeplatz 1 in Kreuzberg. Um 16 Uhr beginnt das Frauen-Ensemble Perepjolotschki mit russischer Folklore. Vokalmusik aus fünf Jahrhunderten gibt es von 18 bis 22 Uhr in der Parochialkirche an der Klosterstraße 76 (Mitte).

Discofever, A capella und schwingende Kleider

Ein weiteres französisches Highlight stellt die Jazzwerkstatt des Institut français dar. Es wird ab 20 Uhr gespielt, unter anderem tritt das Johanna Borchet Orchestre Idéal auf. Die Jazzwerkstatt befindet sich im Maison de France am Kurfürstendamm 211 in Charlottenburg. In Reinickendorf treffen die Feierlustigen unter anderem in der Hafenbar Tegel an der Greenwichpromenade zusammen. Musiker spielen Rock, Alternative, Country und Folk, somit kommt eine ausgelassene, entspannte Stimmung am Hafen zusammen.

Ein weiterer Treffpunkt in Reinickendorf ist in der Gartenstadt Frohnau. Auf zwei Bühnen verteilt, treten hier die Musiker auf. Die erste Bühne bietet Jazz, Funk und Soul im Kaffeehaus Zeltinger Platz 1A. Die Veranstaltung geht von 16 bis 18 Uhr. Die zweite Bühne ist im Tafelfürst, Fürstendamm 1A. Dort gibt es beispielsweise A capella und Jazz sowie Soul-Musik.

Galeries Lafayette Peep Night’s „Studio 76“ ist eine gute Möglichkeit, in einer Disco zu feiern. Discofever vermitteln DJs, aus den Boxen hört man Electro und House. Diese Location liegt an der Friedrichstraße 76–78 in Mitte.

Frannz Sommergarten: Dort wird von 17.30 bis 22 Uhr Swing gespielt. Zum Beispiel tritt um 19 Uhr die Band Brave Buben Band Berlin auf. Ob die Kleider schwingen, wird man sehen. Der Sommergarten ist an der Schönhauser Allee 36 in Pankow.