Der Tierschutzverein für Berlin warnt davor, dass die Sommerhitze schnell zur tödlichen Gefahr für Haustiere werden kann und appelliert an die Halter, ihre Schützlinge im Auge zu behalten.
So musste der Tierschutzberater des in Berlin bereits zu einem Rettungseinsatz ausrücken, teilte der Tierschutzverein am Dienstag mit. Am Neuköllner Maibachufer war Mitte vergangener Woche eine ältere Hündin über Stunden in einem Auto zurückgelassen worden. Der Wagen stand in der Mittagssonne, der Vierbeiner musste ohne Schatten und Wasser auskommen.
Polizisten riefen den Tierschutzberater des Vereins zu Hilfe. Schließlich wurde der Pudelmischling gerettet, indem sich Feuerwehr und Polizei durch eine Scheibe Zugang zum Fahrzeug verschafften. Der Hund wurde in die Amtliche Tiersammelstelle im Tierheim Berlin gebracht, wo er versorgt wird. Dort wartet die verängstigte Hündin noch immer auf Herrchen oder Frauchen, sagt Pressesprecherin Beate Kaminski. Denn bislang haben sich die Besitzer nicht gemeldet.
„Wer sein Tier so schutzlos der Hitze aussetzt, handelt unverantwortlich“, so Wolfgang Apel, Präsident des Tierschutzvereins für Berlin. „Für solch eine Sorglosigkeit habe ich kein Verständnis. Auch wir würden nicht mehrere Stunden ohne Kühlung in einem heißen Auto verbringen wollen.“
Temperatur kann in einem Auto auf 50 Grad steigen
Die Temperatur in einem parkenden Auto steigt nach Angaben der Tierschützer selbst bei bewölktem oder schwülem Wetter ohne direkte Sonneneinstrahlung rasch auf 50 Grad und mehr an. Eine tödliche Falle für Tiere.
Der Tierschutzverein für Berlin warnt deshalb Tierhalter dringend davor, die Situation im Auto zu unterschätzen. Ein offenes Schiebedach oder ein Spalt breit geöffnetes Fenster sorgen keinesfalls für Abkühlung. Menschen, die bei großer Hitze ein im Auto eingesperrtes Tier entdecken, sollten umgehend versuchen, den Wagenbesitzer ausfindig zu machen. Gelingt das nicht, muss die Polizei verständigt werden.
„Für unverantwortliches Verhalten gegenüber dem Tier kann der Halter nach § 17 Tierschutzgesetz zur Rechenschaft gezogen werden - es droht eine Geld- oder Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren“, so Apel.
Doch nicht nur im Auto ist die Hitze gefährlich, auch Zuhause müssen Tiere während des Sommers besonders betreut werden. Ausreichend kühles und frisches Wasser sowie ein ruhiger, schattiger Platz sollten zum Ruhen vorhanden sein. Auch sollten Spaziergänge auf die kühleren und schattigeren Morgen- oder Abendstunden verlegt werden, um die Tiere nicht zu überanstrengen.
Im Käfig oder im Außengehege lebende Tiere dürfen ebenfalls nicht schutzlos der Sonne ausgesetzt werden. Auch hier gilt: Immer prüfen, ob das Gehege sich den ganzen Tag über im Schatten befindet. Hund, Katze, Meerschweinchen, Hamster und Co. können im Unterschied zum Menschen nicht durch Schwitzen abkühlen, sondern allein durch Trinken beziehungsweise durch Hecheln. Ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist deshalb für die Tiere genauso überlebenswichtig, wie der Schutz vor direktem Sonnenlicht.
Tödlicher Hitzeschlag - Warnsignale erkennen
Und so erkennen Sie einen drohenden Hitzschlag bei Ihrem Tier: Glasiger Blick, tiefrote Zunge und Hecheln mit gestrecktem Hals sind einige Anzeichen dafür, dass Hunden und Katzen die Hitze zu sehr zusetzt. Außerdem sind Erbrechen, Gleichgewichtsstörungen und schließlich Bewusstlosigkeit. Anzeichen für einen Hitzeschlag, der im schlimmsten Fall innerhalb von 15 Minuten zum Tod des Tieres führt.
Wenn Symptome auftreten, die auf einen Hitzeschlag deuten, ist so schnell wie möglich ein Tierarzt aufzusuchen. Besonders gefährdet sind ältere, übergewichtige und herzkranke Tiere.
Weitere Informationen unter www.tierschutz-berlin.de.
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