Auf der Fanmeile regnet es in Strömen, doch trotz allem haben sich rund hundert treue Fußballfans in das Unwetter getraut. Schon gleich neben der Hauptbühne singen unter einem Zelt rund 30 in Gelb gekleidete BVB-Fans Mannschaftslieder. In Gelb laufen auch Charlotte Kordt (18), Kristin Skoda (19), Laura Kockskämper (19) und Annika Körte (18) die Straße des 17. Juni entlang.

Die vier Schülerinnen aus Dortmund verbringen in Berlin ihre Abifahrt. In ihrer Heimatstadt solle gerade die Sonne scheinen und die Fanmeile sei am brodeln, erzählt Annika Körte etwas traurig. Doch trotz allem wollen sie das Spiel live auf der Meile verfolgen. „Ich wurde, was Fußball angeht schon früh abgehärtet und weiß, was man als Fan alles machen muss“, sagt Kristin Skoda lachend. Seit sie ganz klein ist, hat ihr Vater sie zu den Spielen mit ins Stadion genommen. Ihre Prognose für das Spiel: „Natürlich 2:1 für Dortmund“, sagt Charlotte Kordt.

Ohne Regenschirm ziehen die treuen Fußballfans weiter über die Meile. Die Terrorwarnung hat sie nicht weiter erschreckt. „Man muss schon etwas Vertrauen in die Ordnungshüter haben“, sagt Annika Körte.

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„Für Bayern tun wir alles!“

Auch Nadine Simros (18) und Cara Nadler (15) aus Berlin-Tempelhof jubeln auf der Meile eifrig mit. Sie tragen die Farbe Rot. Von der Terrorwarnung haben sie auf dem Weg zum Brandenburger Tor erfahren. „Für Bayern tun wir aber alles!“, sagt Cara Nadler.

Nadine Simros ist auch schon lange ein treuer Fan vom FC Bayern München. Seit sie fünf Jahre alt ist, geht die Schülerin regelmäßig mit ihrem Vater ins Stadion. Doch anstatt Blau wie ihr Vater, der ein treuer Hertha-Fan ist, zu tragen, entschied sie sich für Rot. „Bei meinem ersten Spiel Hertha gegen Bayern fand ich die Farbe Rot viel schöner.“ Seitdem verpasst die 18-Jährige kein Spiel ihrer Lieblingsmannschaft. Heute solle Bayern 3:1 gewinnen, sagt sie.

Gleich machen sich die Schülerinnen auf den Weg in die Farbdusche. Auf Wunsch wird dort ein roter oder gelber Sprühregen über die Fans gegossen. Damit man schön bunt sein Team anfeuern kann.

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Wer verliert, zahlt die Drinks

Bei Starbucks am Brandenburger Tor sitzen seit einer knappen Stunde Conny (35) aus Potsdam und Martin (44) und Friedrichshain und wärmen sich auf. Auf den Pariser Platz prasselt der Regen, die riesigen Sonnenschirme wackeln bedrohlich im Wind.

Martin ist für Dortmund, Conny für Bayern. Den Besuch auf der Fanmeile haben sie geplant, weil sie eigentlich mit besserem Wetter gerechnet haben. Martin hat sich jetzt extra ein Regencape gekauft, und den BVB-Pin an die Schirmmütze geheftet, damit er wenigstens ein bisschen als Dortmund-Fan zu erkennen ist. Bei den Tipps fürs Spiel gibt es wenig Überraschendes: Conny tippt 3:1 für Bayern, Martin 2:1 für Dortmund. „Der Verlierer muss dem Gewinner anschließend in der Bar am Hackeschen Markt die Drinks zahlen“, sagt Martin – und Conny stell fest, dass sie davon ja noch gar nichts weiß.

Dann brechen sie auf, die Zeit bis zum Anpfiff wollen sie mit Bratwurst und Bier verbringen. Als sie den Laden verlassen und Richtung Brandenburger Tor laufen, bläst der Wind den Schirm um. Fußballwetter.