1 Elfmeter-Killer
Immer weitermachen. Das Credo von Bayern-Keeper Oliver Kahn galt auch und vor allem im Endspiel 2001 gegen den FC Valencia. Als es in Mailand zum Äußersten kam, war der Titan zur Stelle. Drei Elfmeter hielt er in Weltklassemanier gegen die Spanier und hielt so den vierten Triumph der Bayern in der Königsklasse allein fest. Das Endspiel machte noch aus einem anderen Grund Schlagzeilen: Nie gab es mehr Elfmeter in der regulären Spielzeit. Gleich dreimal zeigte Schiedsrichter Dick Jol aus den Niederlanden auf den Punkt.
2 Lex Liverpool
Das Finale 2005 zählt ohne Zweifel zu den dramatischsten. Mit 0:3 lag der FC Liverpool in Istanbul gegen den AC Mailand zurück, alles schien bereits entschieden. Doch die Engländer glichen nach der Pause in nur sechs Minuten aus. Es kam, was kommen musste: Liverpool siegte im Elfmeterschießen, nachdem der FC auch hier schon zurückgelegen hatte. Das Bemerkenswerteste gab es jedoch im Nachspiel. Da sich Liverpool in der Premier League nicht für die folgende Champions-League-Saison qualifizieren konnte, entschied die Uefa, ab sofort den Titelverteidiger automatisch für die Gruppenphase zu setzen.
3 Jugend forsch
Es ist der Traum eines jeden Fußball-Profis. Eingewechselt werden und das entscheidende Tor schießen. Dem Dortmunder Lars Ricken war dieser Moment vergönnt. Nur 16 Sekunden war der 20-Jährige im Finale 1997 gegen Juventus Turin (3:1) im Spiel, als sich Ricken unsterblich machte. Ein langer Pass, und Ricken lief los. TV-Kommentator Marcel Reif rief noch ins Mikrofon: „Lupfen, jetzt!“ Dann segelte die Bogenlampe auch schon aus gut 25 Metern über Juve-Torwart Angelo Peruzzi hinweg ins BVB-Glück.
4 Hochprozentiges für den Titel
Ja, so ein Finale ist schon aufregend, auch als die Champions League noch Europapokal der Landesmeister hieß. Karl-Heinz Rummenigge kann davon ein Lied singen. Der heutige Bayern-Vorstandsvorsitzende, 1976 noch ein Sturm-Talent im zarten Alter von 20 Jahren, brauchte gar zwei Cognac, um seine Nerven vor dem Duell mit dem AS St. Etienne in den Griff zu bekommen. Es half, die Bayern gewannen den dritten Titel in Folge durch ein Tor von Franz „Bulle“ Roth.
5 Außenseiter – Spitzenreiter
Wer ist noch mal der FC Porto? Millionen von Fans dürften 2004 gestutzt haben, als der FC Porto den Einzug ins Finale in der Arena auf Schalke perfekt machte. Trainer Jose Mourinho war bis dato nur Experten ein Begriff. Dennoch konnte sich die No-Name-Elf aus der portugiesischen Hafenstadt souverän mit 3:0 gegen den Favoriten aus dem Fürstentum Monaco durchsetzen. Real Madrid, der AC Mailand, der FC Chelsea und Bayern München blieben staunend zurück.
6 Erkaufter Triumph
Rudi Völler krönte sich mit Olympique Marseille im Mai 1993 zum ersten Champions-League-Sieger. Als die Franzosen jedoch nur wenige Tage nach dem 1:0 gegen den AC Mailand in München der Beeinflussung von Spielergebnissen beschuldigt wurden, hatte die neue Liga schon ihren ersten Skandal. Olympique-Präsident Bernard Tapie hatte in der französischen Meisterschaft Bestechungsgelder gezahlt, um den Titel schneller gewinnen zu können und sich auf die Königsklasse zu fokussieren. Marseille wurde der französische Titel aberkannt und für den Europapokal gesperrt.
7 Frankfurter Schützenfest
Drei Tore gegen Real Madrid – das war anno 1960 eine echte Sensation. Schließlich hatten die Königlichen bislang alle Landesmeister-Wettbewerbe gewonnen. Nun ging Eintracht Frankfurt gegen Puskas, Di Stefano und Co. auch noch in Führung. Doch das 1:0 durch Richard Kress hielt lediglich neun Minuten. Am Ende sahen die 135.000 Zuschauer im Hampden Park zu Glasgow mit dem 3:7 der Frankfurter das torreichste Finale aller Zeiten.
8 Rekord-Rot
Stolze 852 Minuten blieb Jens Lehmann 2005/06 ohne Gegentor – ein unangetasteter Rekord. Die Gegner, die hinter Lehmann und dem FC Arsenal auf dem Weg ins Finale torlos blieben, waren mit Real Madrid, Juventus Turin und dem FC Villareal alles andere als Laufkundschaft. Die Krönung seiner Torwartkarriere sollte der finale Triumph über den FC Barcelona werden. Nach nur 18 Minuten durfte sich der Rekordhalter allerdings schon unter die Dusche begeben, nach einer Notbremse gegen Samuel Eto’o. Arsenal verlor 1:2.
9 Triumph der Gestrigen
Das Finale 1994 konnte nur einen Sieger haben: den FC Barcelona. Schon damals galten die Katalanen als Sinnbild modernen Fußballs. Gegner AC Mailand galt hingegen als ein Relikt aus Zeiten des Cattenaccios. Auch der damalige Barca-Trainer Johan Cruyff stimmte mit ein in den Milan-Abgesang und bezeichnete die Spielweise des Gegner als „vulgär“. In den 90 Minuten von Athen ist es jedoch Milan, dass die Spanier mit 4:0 überrennt – der höchste Finalsieg seit Einführung der Champions League 1992.
10 Ein Spiel dauert 92 Minuten
Franz Beckenbauer war schon auf dem Weg zur Siegerehrung in den Katakomben von Camp Nou unterwegs, zusammen mit Lennart Johansson, dem damaligen Uefa-Präsidenten. So musste er die 102 Sekunden nicht miterleben, die dem FC Bayern 1999 den so sicher geglaubten Triumph in der Nachspielzeit noch entrissen. Teddy Sheringham und Ole Gunnar Solskjaer ließen Manchester United in Barcelona jubeln. ManU-Coach Alex Ferguson kommentierte den Wahnsinn wie folgt: „That’s football, bloody hell!“ Beim FC Bayern hat man die „Mutter aller Niederlagen“ auch vierzehn Jahre später noch nicht vergessen können.
11 Die Nummer eins
Die Profis von Bayer Leverkusen stürmten, was das Zeug hielt. Irgendwie müssten die Galaktischen 2002 doch zu bezwingen sein. Sie waren es nicht, die Werkself um Michael Ballack verlor 1:2 gegen Real Madrid. Held der Spanier waren jedoch nicht die Ballkünstler Zinedine Zidane oder Luis Figo, sondern ein 20-jähriger Torwart: Iker Casillas. Erst in der 69. Minute für den verletzten Cesar Sanchez eingewechselt, hielt Casillas wie der Teufel. Der Startschuss einer Weltkarriere.
12 Hacke, Spitze, eins, zwei, drei
In Wien sollte die inzwischen elfjährige Durststrecke des FC Bayern endlich ein Ende finden, gegen den FC Porto sollte 1987 unbedingt der vierte Landesmeister-Titel her. Ludwig Kögl traf zur schnellen Führung, alles lief nach Plan. Dann kam der Auftritt von Rabah Madjer. Mit der Hacke bugsierte er den Ball zum Ausgleich ins Tor. Ganz ruhig und abgeklärt. Die Bayern waren vom Treffer des Algeriers derart schockiert, dass sie die Partie mit 1:2 noch völlig aus der Hand gaben. Madjers frecher Treffer ist bis heute legendär.
13 Die Tränen des Capitanos
Das Jahr 2008, Elfmeterschießen in Moskau, strömender Regen, mittendrin zwei englische Mannschaften. Und als Nicolas Anelka mit seinem Elfmeter für den FC Chelsea an Manchester Uniteds Torwart Edwin van der Sar gescheitert war, brachen auch bei Michael Ballack alle Dämme. Wieder war der Capitano der deutschen Nationalmannschaft in einem großen Finale ohne den so sehnlichst erhofften großen Titel geblieben. Hemmungslos weinte Chelseas Mittelfeldmann auf dem Rasen des Olympiastadions.
14 Held von Sevilla
Als ein Balljunge ihn um seine Handschuhe als Souvenir bat, schüttelte Helmuth Duckadam nur freundlich den Kopf. Der Torwart von Steaua Bukarest gab sie nicht her. Schließlich war es jener Ausrüstungsgegenstand, der 1986 bei wahrhaft Unglaublichem mithalf. Im Endspiel gegen den großen FC Barcelona hatte sich der Überraschungsfinalist mit einem 0:0 bis ins Elfmeterschießen gerettet. Dann kam Duckadam – und hielt gegen alle vier Barca-Schützen. Nie wieder hielt ein Torwart seinen Kasten derart sauber.
15 Der erste Schütze
Wer wird am Sonnabend der letzte Schütze im Champions-League-Endspiel – Thomas Müller vom FC Bayern, oder doch der Dortmunder Robert Lewandowski? Keinen Zweifel gibt es über den ersten Final-Torschützen dieses Wettbewerbs. Es war 1956 der Franzose Michel Leblond, der Stade Reims, seinerzeit Aushängeschild des europäischen Fußballs, gegen Real Madrid schon nach sechs Minuten in Führung brachte. Es half nichts, Reims verlor 3:4.
16 Schwärzeste Stunde
Brüssel, 29. Mai 1985. Europa freut sich auf das Endspiel zwischen Juventus Turin und dem FC Liverpool. Dann beginnt die Katastrophe. Turiner Anhänger werfen Steine in den benachbarten Block der Liverpooler Fans, die daraufhin versuchen, den Juve-Block zu stürmen. In panischer Angst versuchen die Juventus-Fans zu flüchten, viele von ihnen werden gegen eine Mauer gedrückt, die Minuten später zusammenfällt und einen Teil der 39 Todesopfer unter sich begräbt. Turins 1:0 war nur noch Nebensache.
17 Deutsche Premiere
Die Bayern holten 1974 erstmals den Pott nach Deutschland. Den ersten deutschen Sieger gab es jedoch schon 1969. Karl-Heinz Schnellinger triumphierte mit dem AC Mailand durch ein 4:1 im Endspiel gegen Ajax Amsterdam. Es war der internationale Höhepunkt für den deutschen Nationalspieler, der bei Milan zu einem der besten Verteidiger der Welt reifte. Einer von Schnellingers Mitspielern im Finale von Madrid: Giovanni Trapattoni.
18 Das zweite Finale
Weil es 1974 noch kein Elfmeterschießen gab, mündete das 120-minütige Finale im Europapokal der Landesmeister zwischen dem FC Bayern und Atlético Madrid in ein Entscheidungsspiel. Im Hinspiel trennten sich beide Mannschaften mit 1:1, dank des Verzweiflungsschusses von Georg Schwarzenberg aus 25 Metern in der 120. Minute. Das Rückspiel entschieden die Bayern mit 4:0 für sich. Es war das einzige Mal, das der Wettbewerb zwei Endspiele benötigte.
19 Auf den Punkt
Einmal ist immer das erste Mal. Und so standen sich der FC Liverpool und der AS Rom 1984 in Rom erstmals in einem Elfmeterschießen gegenüber. Es passt zu kommenden Elfmeterdramen, dass der erste Schuss durch den Schotten Steve Nicol auch gleich daneben ging. Was den englischen Meister jedoch nicht aus der Ruhe brachte. Phil Neal, Graeme Souness, Ian Rush und Alan Kennedy machten das 4:2 perfekt.
20 Felix Hamburg
Es darf schon als kurios bezeichnet werden, dass ausgerechnet ein Bayer aus der Region Unterfranken den größten Triumph des Hamburger SV besiegelte. Der Aschaffenburger Felix Magath war es, der im Finale 1983 gegen Juventus Turin den großen Torwart Dino Zoff mit einem herrlichen Schuss in den oberen rechten Winkel überlistete. Das Finale von Athen war damit nach nur neun Minuten bereits entschieden.





