Schwimmen

Berliner Bäder öffnen nach den Sommerferien länger

Die neuen Chefs Ole Bested Hensing und Annette Siering setzen sich dafür ein, dass Berlins Bäder wieder beliebter werden. Hallen sollen ausreichend saniert und die Öffnungszeiten attraktiver werden.

Foto: Britta Pedersen / dpa

Berlins 63 öffentliche Bäder sollen attraktiver werden. Das haben sich die neuen Vorstandschefs der Berliner Bäder-Betriebe (BBB), Ole Bested Hensing und Annette Siering, vorgenommen. Sie wollen das Leistungsangebot steigern, damit wieder mehr Gäste kommen. Besuchten im Jahr 2000 nämlich noch zehn Millionen Berliner die Bäder, waren es 2012 nur noch sechs Millionen. Jedes Bad wird deshalb jetzt unter die Lupe genommen und erhält ein strategisches Verbesserungskonzept. Beim Eintritt überlegt der neue Vorstand, in betriebsschwachen Zeiten die Preise günstiger für all die zu machen, die wenig Geld haben, Arbeitslose und Rentner beispielsweise.

Entschieden ist bereits, dass die Schwimm- und Sprunghalle im Europa-Sportpark (SSE) in Pankow ab Mitte August abends eine Stunde länger öffnen wird, bis 23 Uhr. Und das Pankower Familienbad „Ernst-Thälmann-Park“ werde nach dem Sommer am Wochenende von 8 bis 22 Uhr öffnen. Bislang hatte es sonnabends und sonntags nur je acht Stunden auf. Nicht nur dort sei bislang zu attraktiven Zeiten geschlossen. „An Sonn- und Feiertagen stellen die Bäder-Betriebe nur 46 Prozent ihrer Kapazitäten zur Verfügung, und dabei sind das gerade die attraktiven Zeiten für viele Berliner“, sagt Vorstandsvorsitzender Bested Hensing. Das zusätzliche Personal, das er bei einer Ausweitung des Betriebs braucht, will er aus dem laufenden Betrieb finanzieren. Ihm sei klar, dass der Senat den Zuschuss für das operative Geschäft der BBB nicht erhöhen könne.

Sanierung soll 12,5 Millionen kosten

Bei seiner Pressekonferenz am Freitag machte der Vorstand auch klar, dass all diese Bemühungen nur Früchte tragen, wenn die Bäder in einem ordentlichen Zustand sind. Dazu müsse der Sanierungsrückstand aufgeholt und nicht weiter wie bei der S-Bahn auf Verschleiß gefahren werden. Statt fünf Millionen Euro für die Instandhaltung seien 12,5 Millionen Euro nötig. „Wir haben eine große Garage voller Oldtimer geerbt. Das ist schon etwas schwierig“, sagte der Bäderchef. Die Substanz der Bauten (Wert 688 Millionen Euro) müsse regelmäßig gepflegt werden. „Wenn ich nicht ordentlich repariere, wird’s immer teurer. Das kann sich jeder ausrechnen“, sagt BBB-Finanzvorstand Annette Siering. 2006 habe es einen Rückstau von 66 Millionen Euro gegeben. Trotz des Sanierungsprogramms, das der Senat den Bäder-Betrieben in Höhe von rund 50 Millionen Euro extra spendiert hatte, gebe es wieder einen Rückstand von jetzt 64 Millionen Euro. Normal instand gehaltene Bäder seien auch wirtschaftlicher.