Die Bühne am Brandenburger Tor ist schon gebaut, die Straße des 17. Juni abgesperrt. Alle Behörden haben die Genehmigung erteilt. Am Sonnabend, 12 Uhr, öffnen sich die Eingänge zur Fanmeile für das Endspiel der Champions League. Das Programm auf der Bühne beginnt um 13 Uhr. Ab 16 Uhr treten die Künstler auf. Mit mehr als 100.000 Besuchern rechnet Veranstalter Rainer Wohlthat, obwohl die Meteorologen Regen und kühle Temperaturen angesagt haben. Regenschutz werde es nicht geben, die Besucher sollten sich auf das Wetter einstellen, sagte er: „Die Sicht auf das Spiel soll von allen Plätzen aus möglich sein.“

Fünf Videowände werden aufgebaut, die größte mit rund 80 Quadratmetern Fläche steht am Brandenburger Tor. Darauf wird die ZDF-Übertragung zu sehen sein. Die Berliner Band „Die Atzen“ und die Gruppe „Makeshift Innocence“ aus Kanada, treten auf, ebenso wie die Sänger Buddy, Thomas Godoj und Jürgen Drews.

Für alle, die noch nicht bunt ausstaffiert sind, wird es zwei Fan-Duschen geben, in denen sie sich mit rotem oder gelbem Pulver aus Maismehl bestäuben lassen können – wasserfest wird das wohl nicht sein.

Party mit eingezäuntem Tiergarten

„Wir setzen auf die Mischung aus Fußball, Party, Spielen und Unterhaltung“, sagte Wohlthat. Deshalb rechne er damit, dass nicht nur Anhänger der beiden Fußball-Klubs auf die Fanmeile kommen, sondern vor allem Familien aus Berlin und Touristen. Dennoch gebe es ein Sicherheitskonzept, das mit der Polizei und dem Bezirksamt Mitte abgestimmt sei.

„Wir werden den Tiergarten einzäunen“, kündigte Wohlthat an. Rund 400 Ordner sind am Sonnabend im Einsatz. „Das sind so viele wie zur Silvesterfeier.“ Etwa 150 der Sicherheitskräfte stehen an den fünf Eingängen zur Fanmeile: an der nördlichen und der südlichen Eberstraße, an der Yithzak-Rabin-Straße, am Kleinen Stern und an der Kleinen Querallee im Tiergarten. Zunächst soll auch der Zugang über den Pariser Platz möglich sein. Er wird geschlossen, wenn das Festgelände gut gefüllt ist. Die übrigen Ordner sind an den Bauten auf der Fanmeile, den Videowänden, an der Bühne oder als Streifen im Einsatz.

„Das ist alles so hochgerüstet, dass wir davon ausgehen, dass es ein friedliches Fest wird“, hieß es vom Veranstalter. Alle Besucher werden kontrolliert, sie dürfen keine Glasflaschen, keine Feuerwerkskörper und keine Waffen mit auf das Gelände mitnehmen. Plastikflaschen bis zu einem Liter seien erlaubt, so Wohlthat. Welche Gegenstände nicht zulässig sind, wird auf Schildern rund um das Festgelände zu lesen sein. Auf der Fanmeile wird es Getränke nur in Plastikgefäßen geben. Kleine Schnäpse und hochprozentiger Alkohol werden nicht ausgeschenkt – auch das gehört zum Sicherheitskonzept.

Videokamera verfolgen alles

Auf der Straße des 17. Juni sind Videokameras installiert. Ihre Zahl wollte der Veranstalter nicht nennen. Die Bilder werden in die Sicherheitszentrale übertragen, die am Sonnabend aufgebaut wird. Dort verfolgen Veranstalter, Sicherheitsdienst, DRK und Polizei das aktuelle Geschehen auf der Meile und koordinieren ihre Aktionen. Rund 100 Kräfte des Deutschen Roten Kreuzes seien für die medizinische Versorgung zuständig, so Wohlthat. Die Polizei werde sich außerhalb der Fanmeile aufhalten.

„Es wird keine geteilten Fanblöcke innerhalb der Meile geben“, sagte Wohlthat. Er rechne nicht damit, dass es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen den Anhängern der beiden Mannschaften kommt. Es gebe in bestimmten Bereichen der Fanmeile doppelte Kontrollen. Wohlthat verweist aber dararauf, dass er seit 2006 die Berliner Fanmeile zu den Fußball-Welt- und Europameisterschaften organisiert hat. „Wir haben immer ein Sicherheitskonzept gehabt, dass dem Fußball standhält.“ Auf die Fanmeile zum Endspiel um den DFB-Pokal 2008 kamen rund 150.000 Besucher. Borussia Dortmund und Bayern München spielten. „Es ging friedlich aus.“

Die Fanmeile ist am 25. Mai bis eine halbe Stunde nach der Verleihung des Pokals geöffnet sein. Wann sie genau geschlossen wird, sei eine operative Entscheidung der Sicherheitszentrale, sagte Wohlthat. Am Sonntagmittag soll die Straße des 17. Juni wieder für den Verkehr freigegeben werden.

In zwei Jahren wird Berlin nicht nur eine Fanmeile zum Champions-League-Finale bieten: das Finale selbst kommt in die Stadt. Die Partie wird im Olympiastadion stattfinden.