Fußball

Finale 2015 der Champions League im Olympiastadion

Dieses Jahr bekommt Berlin die Fanmeile zum Champions-League-Finale – in zwei Jahren wird das Spiel hier im Olympiastadion stattfinden. Berlins Fußball-Präsident verspricht: „Wir können Fußball“.

Foto: Soeren Stache / dpa

Das Champions-League-Finale 2015 findet im Berliner Olympiastadion statt. Das entschied das Exekutivkomitee der Europäischen Fußball-Union am Donnerstag auf seiner Sitzung in London.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) setzte sich mit seiner Bewerbung um das Endspiel gegen mehrere namentlich von der UEFA nicht genannte Konkurrenten durch. Den Zuschlag für das Europa-League-Endspiel 2015 bekam Warschau.

„Das ist eine hervorragende Entscheidung und ein starkes Signal für die Sportmetropole Berlin“, kommentierte Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit. „Deutschland bekommt nach erst drei Jahren erneut das Finale der Champions-League. Und für die Hauptstadt ist das Endspiel dieses wichtigsten europäischen Vereinswettbewerbs ein weiteres großes Sportereignis von internationaler Bedeutung.“

Sportsenator Frank Henkel (CDU) bezeichnete das Votum der Europäischen Fußball-Union UEFA ebenfalls als „große Auszeichnung“ für die Hauptstadt. Auch das WM-Endspiel 2006 zwischen Italien und Frankreich hatte im Olympiastadion in Berlin stattgefunden.

Die deutsche Hauptstadt, seit 1985 Austragungsort des DFB-Pokalfinales, hatte sich bereits mehrfach bei der UEFA um das Champions-League-Finale beworben. Nun erfolgte der doch überraschende Zuschlag, obwohl die Allianz Arena erst vor Jahresfrist das „Finale dahoam“ zwischen Bayern München und dem FC Chelsea beherbergt hatte.

Niersbach drängte auf ein zweites Finale in Deutschland

„Ich habe bereits 2012 am Rande des Finales in München bei UEFA-Präsident Michel Platini unseren Wunsch hinterlegt, möglichst schnell wieder ein solches Weltereignis auszutragen. Dass es in so kurzer Zeit geklappt hat, ist eine Anerkennung für unsere Qualitäten als Organisator und Gastgeber. Ich danke der UEFA für dieses Vertrauen und freue mich auf ein tolles Fußballfest in Berlin“, sagte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach.

Zum achten Mal findet damit ein Endspiel im Fußball-Europapokal der Landesmeister beziehungsweise der Champions League auf deutschem Boden statt. München war 1979, 1993, 1997 und 2012 Austragungsstätte. Außerdem fanden Finals im bedeutendsten europäischen Klub-Wettbewerb in Stuttgart (1959/1988) und Gelsenkirchen (2004) statt.

„Zur Entscheidung der UEFA hat sicher auch beigetragen, wie sich das DFB-Pokalfinale in Berlin in den vergangenen Jahren entwickelt hat. Wir werden jetzt gemeinsam mit der UEFA, der Stadt Berlin und Hertha BSC in die Planung einsteigen und alles für ein perfekt organisiertes, stimmungsvolles Finale tun“, teilte DFB-Generalsekretär Helmut Sandrock mit.

Fanmeile dieses Jahr in Berlin

Berlin ist die dritte deutsche Stadt, in der das Endspiel der 1992/1993 ins Leben gerufenen Champions League ausgetragen wird. Zuvor waren bereits München dreimal (1993, 1997 und 2012) sowie Gelsenkirchen (2004) Gastgeber. Im kommenden Jahr findet das Finale im Estadio de la Luz in Lissabon statt. Das Europa-League-Finale 2015 findet im Nationalstadion in Warschau statt.

In diesem Jahr spielen Borussia Dortmund und Bayern München am Samstag im Londoner Wembleystadion um den begehrten Henkelpott. 2014 ist Lissabon der Gastgeber des Champions-League-Finales. In Berlin wird es eine Fanmeile auf der Straße des 17. Juni geben.

Jürgen Röber hofft auf Hertha in der Ersten Liga

Hertha-Manager Michael Preetz zeigte sich von der Vergabe des Finals in das Berliner Olympiastadion begeistert. „Das ist eine fantastische Nachricht für Berlin und für diese wunderbare Stadion“, wird Preetz auf der Internetseite des Hauptstadtclubs am Donnerstag zitiert. „Für die tollen Fußballfans in dieser Stadt, in dieser Region freut mich das sehr.“

Hertha-Trainer Jos Luhukay, der die Berliner in der abgelaufenen Saison zurück in die Erstklassigkeit geführt hatte, freute sich ebenfalls: „Dann bekommen wir 2015 die besten Teams Europas sozusagen in unserem Wohnzimmer geboten – das ist super für die Berliner.“

Wie Hertha weiter mitteilte, werden Preetz und Luhukay an diesem Samstag das diesjährige Königsklassen-Endspiel zwischen dem FC Bayern München und Borussia Dortmund live im Wembley-Stadion verfolgen.

„Das Finale der Fußball-WM 2006 im Olympiastadion ist noch ebenso unvergessen wie die Leichtathletik-Weltmeisterschaft 2009“, betonte Wowereit, „und da wir besonders in Deutschland in diesen Tagen gerade wieder die Faszination der Champions League erleben: Natürlich hoffen die Berlinerinnen und Berliner, dass 2015 im Olympiastadion erneut eine deutsche Mannschaft im Finale der europäischen Champions vertreten sein wird.“

Der frühere Hertha-Trainer Jürgen Röber reagierte mit Begeisterung auf die Vergabe des Champions-League-Finales 2015 ins Berliner Olympiastadion. „Das ist toll und einmalig für die Hauptstadt“, sagte Röber. Er freute sich, dass „nach dem Finale in London mit zwei deutschen Teams bald wieder in Deutschland ein Endspiel stattfindet“. Der 59-Jährige hofft, dass die Hertha nach dem Auf- und Abstiegen der jüngeren Vergangenheit im Jahr 2015 noch in der Bundesliga spielt. „Das Finale in der Hauptstadt und Hertha in der ersten Liga – das würde alle Berliner begeistern“, meinte Röber, der seit seinem Hertha-Engagement in den 1990er Jahren in der Hauptstadt lebt.

Frauen-Endspiel im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark

Berlins Fußball-Präsident Bernd Schultz zeigte sich ebenfalls hoch erfreut: „Das ist eine Auszeichnung für die Sportstadt Berlin und für das Olympiastadion“, sagte er. „Das wird ein tolles Ereignis. Bei uns herrscht große Freude. Es zeigt: Wir können Fußball.“

Der Funktionär versicherte, dass das Berliner Olympiastadion den hohen Anforderungen für das Endspiel in der Königsklasse entspräche: „Nach dem Finale der Männer-WM 2006 und dem Endspiel der Frauen-WM 2011 bekommt Berlin wieder großen Fußball.“ Das Stadion besitzt eine Kapazität für 77.166 Besucher.

Wie Schultz weiter sagte, sei geplant, das Frauen-Endspiel im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark auszutragen. „Da muss sicher noch etwas gebaut werden. Aber auch da sind wir bereits in guten Gesprächen. Ich denke, das werden wir hinbekommen.“ Momentan stehen hier rund 20.000 Sitzplätze zur Verfügung.

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