Im Prozess um die tödliche Prügelattacke auf den 20-jährigen Jonny K. am Berliner Alexanderplatz wurde am Donnerstag die Befragung der sechs Angeklagten fortgesetzt. Das Berliner Landgericht hatte für den zweiten Verhandlungstag zudem zwei Polizisten als Zeugen geladen.
Zum Prozessauftakt hatten die sechs Männer im Alter von 19 bis 24 Jahren zwar eine Beteiligung an einer Prügelei zugegeben, aber jede Schuld am Tod von Jonny K. von sich gewiesen. Zudem belasteten sich die Angeklagten zum Teil gegenseitig.
Jonny K. war laut Anklage in der Nacht zum 14. Oktober 2012 mit harten Schlägen und Tritten so heftig attackiert worden, dass er stürzte und auf das Straßenpflaster aufprallte. Er starb einen Tag später an Gehirnblutungen. Ein Freund des 20-Jährigen wurde schwer am Kopf verletzt. Der Fall hatte bundesweit Entsetzen ausgelöst.
Tatverdächtige schieben Schuld auf Onur U.
Vier der Angeklagten wird Körperverletzung mit Todesfolge zur Last gelegt, zwei müssen sich wegen Körperverletzung verantworten. Fünf der Männer befinden sich in Untersuchungshaft, darunter auch der 19-jährige Onur U., der bis April in der Türkei untergetaucht war. Die Staatsanwaltschaft sieht in ihm die treibende Kraft der Prügelattacke.
Über seinen Verteidiger hatte er vor zehn Tagen einen Angriff auf Jonny K. bestritten. „Ich habe ihn weder geschlagen noch getreten“, hieß es in seiner vor Gericht verlesenen Erklärung. Die anderen wollten alles auf ihn schieben.
dpa/mim





