Polizeibeamte haben in der Dienstagnacht ein Kleinkind aus einem geparkten Auto in Zehlendorf befreit.

Passanten hatten gegen 22 Uhr das zunächst schlafende Kind in einem Renault im Parkhaus an der Clayallee entdeckt. Als sie eine halbe Stunde später wieder an dem Fahrzeug vorbei kamen, weinte das Mädchen bitterlich, so dass das Paar schließlich die Polizei alarmierte. Bis zum Eintreffen der Beamten versuchten sie, die Kleine mit Handybildern am Autofenster zu beruhigen.

Schließlich schlug einer der eingetroffenen Polizisten eine Seitenscheibe des Renault ein und übergab das schreiende Kind nachalarmierten Rettern der Feuerwehr. Die Eineinhalbjährige hatte vollurinierte Windeln und trank begierig aus einer Flasche, die zuvor unerreichbar im Auto gelegen hatte. Ein Ausruf durch die Beamten im angrenzenden Fitnessstudio nach den Eltern blieb ohne Erfolg.

Eltern zeigen kein Verständnis für Aktion

Gegen 23.10 Uhr kamen dann der 50-jährige Vater und die 37-jährige Mutter des kleinen Mädchens und zeigten kein Verständnis für die "Unverhältnismäßigkeit der Aktion". Sie zeigten sich erbost über die beschädigte Scheibe und den Tatvorwurf der Körperverletzung. Sie seien nur zwanzig Minuten im Fitnessstudio gewesen.

Beide sehen nun einem Ermittlungsverfahren wegen Verletzung der Fürsorgepflicht entgegen, das vom zuständigen Fachkommissariat beim Landeskriminalamt geführt wird.

BM/oje