Ein herrenloser Koffer an der U-Bahn-Station Kochstraße hat am Mittag einen Polizeiansatz ausgelöst. Rund 60 Einsatzkräfte der Polizei sperrten das Gelände um den U-Bahn-Eingang weiträumig ab. Mitarbeiter der anliegenden Geschäfte mussten zudem ihre Läden verlassen.

„Der Einsatz begann um 11.45 Uhr, nachdem wir von einem Anrufer auf den Koffer aufmerksam gemacht worden waren“, sagte der Einsatzleiter. Der Koffer ohne Besitzer habe an einem Ort gestanden, der den Einsatzkräften zu ungewöhnlich erschien, als dass ein Passant dort ein Gepäckstück vergesse, sagte der Einsatzleiter: Er stand nicht direkt vor dem Eingang, der hinab in die U-Bahn-Station führt, sondern auf der hinteren Seite des Geländers, etwas versteckt gegen die Wand gelehnt auf der kleinen Verkehrsinsel.

„Deshalb haben wir den Koffer, nachdem er untersucht worden war, mit einer Wasserkanone sicherheitshalber gesprengt“, sagte der Einsatzleiter. Der Koffer entpuppte sicher allerdings als harmlos.

Bis die Aktion um 13.15 Uhr beendet war, waren alle im Gebiet fahrenden U-Bahn- und Buslinien gesperrt. Auch private Fahrzeuge durften nicht passieren.

Nach der Evakuierung füllten sich die Geschäfte im Umkreis wieder mit Menschen. In der Bäckerei, die direkt gegenüber von der U-Bahn-Station liegt, sortierte die Verkäuferin Monika Rauch die Brötchenschilder hinter der Theke. Gerade durfte sie ihr Geschäft wieder betreten. „Früher habe ich am Hauptbahnhof gearbeitet. Da gab es so etwas sehr häufig. Hier noch gar nicht“, sagte Monika Rauch. Wirklich verunsichert sei es nicht gewesen. Auch wenn es, wie sie sagt, ordentlich „Puff und Peng“ gemacht habe, als der Koffer unter dem Wasserdruck zerbarst.