So heiß ist es an diesem Morgen, dass die Grillwalker ihre Gerätschaften vor dem Alexa erst gar nicht umbinden, sondern Rost und Brenner auf dem Boden stehen lassen. Spitzenwetter. Barbie muss einen direkten Draht nach oben haben, denn dieses Wetter bietet den perfekten Rahmen für die Eröffnung ihres pinkfarbenen Palastes in Berlin. Bloß an der Verbindung nach unten zur Basis, zu den potenziellen Besuchern scheint es zu hapern, zumindest an einem Schul- und Arbeitstag.
Vor dem mittelrosa Pumps-Brunnen, der vor der hellrosa Fassade einer Malibi-Beach-House-Imitation plätschert, standen am Morgen noch mehr Kamerateams und Reporter als Besucher. Drei Familien haben sich hergetraut. Eine vierte schiebt gerade noch den Kinderwagen durch das Gitter auf das Areal mit Blick auf die S-Bahn-Schienen. Der große Ansturm sieht anders aus. Die jungen Damen, die dann drinnen mit den Kindern spielen sollen, sind nicht alle blond. „Friend“ steht ganz groß auf ihren schwarzen T-Shirts. Es gibt keine Betreuer, keine Aufpasser, aber Freunde. Und eins muss man heute dem Barbie-Haus lassen, gefühlt kommen zehn Freunde auf einen Besucher.
Das Barbie-Café ist leer. Es riecht wie bei Ikea in der SB-Abteilung nach frischem Holz und Pappe. Ein durchaus schöner, ein warmer Geruch. Er erinnert an das Zusammenschrauben von Hochbetten und Schaukelpferden. Eine Radiomoderatorin, als Barbie verkleidet, blonde Perücke und natürlich rosa Leggins, sucht nach Interviewpartnern, aber die Kinder sind alle schon drinnen. Draußen stehen nur noch die Erwachsenen.
Erst gegen Mittag tut sich etwas. Ebenso grell pinkfarben wie das Barbie-Traumhaus sind viele der Frauen und Männer verkleidet, die gegen das Barbie-Frauenbild protestieren. „Immer weniger Mädchen fühlen sich wohl in ihrer Haut, Essstörungen nehmen drastisch zu. Daran ist auch eine Figur wie Barbie schuld“, sagt Stevie Schmiedel von der Initiative „Pinkstinks“. Weitere Protestaktionen sind neben anderen von den Berliner Grünen und der Linksjugend Neukölln geplant.
mit dpa













