Am Donnerstag eröffnet die temporäre Ausstellung „Barbie – The Dreamhouse Experience“ nahe dem Alexanderplatz. Schon zur ursprünglich geplanten Eröffnung am 26. März gab es Proteste. Plakate wurden beschmiert, auf Facebook gründete sich die Gruppe „Occupy Barbie-Dreamhouse“.
Die von der Linksjugend Kreuzkölln organisierte und 1800 Mitglieder starke Gruppe hat für 15 Uhr zur Demonstration gegen „Pinkifizierung“ vor der Weltzeituhr aufgerufen.
Christoph Rahofer ist Geschäftsführer der EMS Entertainment GmbH, die die globalen Rechte für das Dreamhouse 2011 von Mattel erhalten hat. Im Interview spricht er über Kritik an der Puppe und Ziele der Ausstellung.
Berliner Morgenpost: Wie haben Sie es denn am liebsten: blond oder brünett?
Christoph Rahofer: Äh. (Pause) Blond. Ich habe nur gerade überlegt, ob meine Frau noch als blond durchgeht – oder schon an der Grenze zu brünett ist.
Und?
Ich finde, sie ist blond.
Was ist mit Barbie? Eine Favoritenfarbe?
Blond! Ganz klassisch.
Wir waren vorab mit zwei Femen-Aktivistinnen in Ihrer Ausstellung. Sie hatten durchaus ein paar Punkte anzumerken. Können Sie sich vorstellen, welche?
Uns ist durchaus bewusst, dass es hier sowohl Negatives als auch Positives anzumerken gibt. Wenn das Thema niemanden hinter dem Ofen vorlocken würde, wären wir ja auch nicht hier. War es ihnen vielleicht zu pink?
Nein, die Berufsbarbies fehlten.
Okay. Wissen Sie, Barbie hat so viele Facetten – da müssen Sie sich entscheiden, was Sie zeigen. Und unsere Themenwelt gibt eher Barbie-Fans und -Sammlern eine Plattform. Manches fällt dann dem Pinkstift zum Opfer.
Würden Sie denn wegen der Kritik noch etwas an der Ausstellung ändern?
Ja, wenn die Wünsche so groß sind, dann schon. Allerdings müssen wir auch mal sagen, dass wir uns an eine bestimmte Zielgruppe richten, nicht an Aktivisten. Die Kernzielgruppe ist die der sechs- bis zwölfjährigen Mädchen, nicht die der Mittzwanziger mit soziodemografischen Messages. Wir haben hier einen Themenpark geschaffen, der sich um die kultigste Puppe der Welt dreht. Und das, was wir zeigen, ist, was zu ihr gehört.
Hat Mattel daher auch jegliche Änderungen, die Sie immer wieder wegen der Kritik an Barbie vorgenommen hatten, wieder zurückgenommen? Weil die Verkaufszahlen zurückgingen, die Zielgruppe Barbie genau so wollte, wie sie ist?
Wir haben ja alle ein funktionierendes Gehirn mit auf den Weg bekommen – also auch alle eine Wahlmöglichkeit. Wer Barbie nicht mag, muss ja nicht hierherkommen. Er oder sie hat die Wahl. Unser Erfolg, auch die Tatsache, dass bereits mehrere Städte sich als nächster Austragungsort beworben haben, zeigt uns, dass wir nicht ganz falsch liegen können. Jetzt haben wir die Wahl!
Was ist denn Ihr Lieblingsstück hier?
Der High Heel vor dem Haus, der Springbrunnen. Der ist sensationell.
Ein Schuhtick?
Nein, ich habe keine besondere Affinität zu Schuhen. Meine Frau hat allerdings schon einige Paar.
Haben Sie eigentlich Kinder?
Ja, vier! Von 20 bis acht Jahre. Die drei Mädchen spielen noch – oder haben alle mit Barbie gespielt. Und meine Achtjährige war auch schon in der Ausstellung. Die ist sehr stolz auf ihren Papi, dass er ihr so ein Dreamhouse hingestellt hat.
Und wenn Ihnen Ihre Achtjährige nun eröffnen würde, sie wolle unbedingt wie Barbie aussehen? Sich dafür sogar operieren lassen, wie die bekannteste selbst ernannte Miss Barbie Deutschland, Angela Vollrath?
Eine wirklich absurde Frage, die sich für mich nicht stellt.

























