Der am Berliner Hauptbahnhof entgleiste Lok ist in der Nacht zu Dienstag mitsamt der ersten beiden Waggons vom Unfallort abtransportiert worden. Der Zug wurde nach Angaben eines Bahn-Sprechers mit einem Spezialgerät auf die Gleise gehoben und konnte aus eigener Kraft wegfahren. Ebenfalls in der Nacht haben die Reparaturarbeiten an den Schwellen, Schienen und Weichen begonnen. Sie dauern voraussichtlich noch bis Freitag.

Bis dahin gibt es erhebliche Einschränkungen im Fern- und Regionalbahnverkehr. Züge des Fernverkehrs aus und in Richtung Hamburg, Hannover, Dresden und Leipzig fahren über die Berliner Stadtbahn und halten in der oberen Ebene des Hauptbahnhofs Berlin sowie am Ostbahnhof. Der Halt am Südkreuz entfällt, wie die Bahn mitteilte.

Auf der Regionalexpress-Linie 3 hat sich der Zugverkehr wieder normalisiert. Nach Angaben eines Bahnsprechers fahren die Züge seit Dienstagmittag wieder auf ihrer regulären Strecke und halten wie gewohnt in der unteren Ebene des Hauptbahnhofs. Der RE 3 fährt zwischen Stralsund/Schwedt und Elsterwerda.

Auf der RE5 Oranienburg und Berlin-Hauptbahnhof gibt es Pendelverkehr mit der Endhaltestelle in Gesundbrunnen. Die RB10 fährt nur bis Charlottenburg. Hier sollen die Störungen laut Bahn voraussichtlich bis Mittwoch früh dauern.

„Erhebliche Schäden“

Am Montag war gegen 11.30 Uhr die Lok und die ersten beiden Waggons des Eurocity 178 von Prag nach Berlin knapp 200 Meter hinter der nördlichen Tunnelausfahrt aus der unterirdischen Ebene aus dem Gleis gesprungen. Der Unfall verlief glimpflich, Reisende waren nicht mehr an Bord. Der Zug sollte aufs Abstellgleis fahren. Der Lokführer und zwei Zugbegleiter kamen mit dem Schrecken davon.

Der Zug blockierte die Einfahrt für Regional- und Fernzüge durch die Tiefebene des Hauptbahnhofs. Die Weiche sei schwer beschädigt, mehrere Schwellen müssten ausgetauscht werden, auch die Leit- und Sicherungstechnik sei betroffen. „Die Schäden an den Schienen und Schwellen, aber auch an der Sicherungstechnik sind erheblich“, so der Bahnsprecher.

Auf der Hauptverkehrsstrecke in Richtung Hamburg, Hannover und Dresden kommt es daher zu massiven Einschränkungen. „Wir gehen davon aus, dass diese erheblichen Einschränkungen bis Freitag andauern werden“, sagte der Bahn-Sprecher.

Informationen erhalten Reisende beim Kundendialog DB Regio Nordost unter den Telefonnummern 0331 235 6881 oder -6882 und auf der Website der Bahn. BM