Bahnverkehr

Zug am Hauptbahnhof entgleist – Behinderungen bis Freitag

Eine Lok und zwei Waggons des Eurocity 178 aus Prag sind am Berliner Hauptbahnhof aus den Schienen gesprungen. Fern- und Regionalverkehr sind massiv betroffen. Die Ursache ist bislang unklar.

Foto: Maurizio Gambarini / dpa

Ein defekter Zug sorgt im Bahnverkehr in Berlin und Brandenburg für zahlreiche Ausfälle und erhebliche Verspätungen. Wie ein Bahnsprecher bestätigte, sind gegen 11.30 Uhr die Lokomotive und zwei Waggons eines Eurocity kurz hinter der nördlichen Ausfahrt des Hauptbahnhofs auf der unterirdischen Ebene entgleist. Reisende kamen bei dem Unfall nicht zu Schaden, weil der Berliner Hauptbahnhof Endstation für den aus Prag eingetroffenen Eurocity 178 war. An Bord des Zuges befanden sich lediglich der Lokführer und zwei Zugbegleiter, die den Vorfall ohne Verletzungen überstanden.

Die Unfallursache ist bislang unklar, die Bundespolizei und das Eisenbahn-Bundesamt haben Ermittlungen aufgenommen. Die Weiche sei schwer beschädigt, mehrere Schwellen müssten ausgetauscht werden, auch die Leit- und Sicherungstechnik sei betroffen, sagte ein Bahn-Sprecher.

Der Zug ist an einer überaus ungünstigen Stelle, nur rund 200 Meter hinter der Tunnelausfahrt, liegengeblieben. Er blockiert den gesamten Fern- und Regionalzugverkehr, der durch die Tiefebene des Hauptbahnhofs geführt wird. Betroffen ist unter anderem der Fernverkehr in Richtung Hamburg, Hannover, Dresden und Leipzig. Die Züge werden über die Stadtbahn geleitet, es kommt zu erheblichen Verspätungen.

Erhebliche Auswirkungen gibt es auch auf den Regionalverkehr der Linien RE3, RE5 und RB10. Lediglich der Regionalexpress 4 kann einmal stündlich im Schritttempo an der Unfallstelle vorbeifahren, auch dort müsse aber mit Verspätungen gerechnet werden. Die S-Bahn ist nicht betroffen. „Wir gehen davon aus, dass diese erheblichen Einschränkungen bis Freitag andauern werden“, sagte der Sprecher.