Bis zum Freitag müssen Autofahrer, die über die Landsberger Allee ins Stadtzentrum fahren, mit Staus rechnen. Der Grund sind Bauarbeiten auf dem Abschnitt zwischen Oderbruchstraße und Weißenseer Weg. Nur zwei Spuren sind befahrbar. Die Einschränkungen gelten bis zum 18. Mai, 22 Uhr.
Am Montag war es zu erheblichen Verkehrsbehinderungen gekommen, weil die Landsberger Allee ab zehn Uhr im betroffenen Abschnitt stadteinwärts komplett gesperrt war. Die Fahrzeuge standen nach Einschätzung der Verkehrsmanagementzentrale Berlin bis zur Siegfriedstraße und zur Liebenwalder Straße in Hohenschönhausen – also etwa drei Kilometer.
Autofahrer versuchten, über Umwege durch Weißensee, Prenzlauer Berg und Friedrichshain ins Stadtzentrum zu gelangen. Auch dort kam es zu Staus. Die Vollsperrung der Allee sei auf 19 Stunden beschränkt worden, sagte Daniela Augenstein, Sprecherin der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. Sie habe nach der Spitzenzeit am Montag begonnen und solle am Dienstag um 5.30 Uhr beendet sein. Die BVG habe die Straßensperrung sehr kurzfristig beantragt, so Augenstein.
Gleisbauarbeiten der BVG sind dringend nötig
Die Bauarbeiten sind dringend erforderlich. Die Berliner Verkehrsbetriebe lassen in dieser Woche die Bogengleise erneuern, auf denen die Straßenbahn von der Landsberger Allee in die Oderbruchstraße und umgekehrt fährt. Diese Gleise seien in schlechtem Zustand, sagte BVG-Sprecherin Petra Reetz.
„Das ist das Problem, wenn Stahl auf Stahl trifft. Dann ist die Abnutzung besonders groß.“ Kurven nutzten sich schneller ab als normales Schienengleis, so die Sprecherin. An der Oderbruchstraße sei die Betriebssicherheit der Straßenbahn akut gefährdet. Zuletzt konnten die Linien M5 und M6 nur noch mit Tempo zehn in dieser Kurve fahren. „Sicherheit geht vor“, sagte Reetz. In diesem Bereich der Landsberger Allee sei die Straßenbahn nicht mehr wegzudenken. Um die Betriebssicherheit wiederherzustellen, müssten die Schienen erneuert werden.
Umleitung für Straßenbahnen M5 und M6
Die Straßenbahnen M5 und M6 werden deshalb umgeleitet. Bis zum Betriebsbeginn am 18. Mai fahren Busse im Schienenersatzverkehr zwischen Oderbruchstraße/Landsberger Allee und Hohenschönhauser Straße/Weißenseer Weg. Die Straßenbahnen fahren in dieser Zeit über Karl-Lade-Straße und Weißenseer Weg. Wegen der Umleitung für Autofahrer seien weiträumig Hinweisschilder aufgestellt worden, teilte die Senatsverwaltung mit. Autos sollten den Umweg über Hohenschönhauser Straße und Oderbruchstraße fahren.
Doch die Kapazität der Strecken, die zur Umfahrung genutzt werden können, sei begrenzt. Mit erheblichen Behinderungen müsse gerechnet werden. Kaum betroffen seien Radfahrer und Fußgänger. Ursprünglich war geplant, dass die Erneuerung der Straßenbahnschienen 18 Tage in Anspruch nehmen soll.
„Das hätte bedeutet, dass die Landsberger Allee während der gesamten Bauzeit stadteinwärts nur einspurig befahrbar ist“, sagte Daniela Augenstein. Auf der Landsberger Allee hätten die Verkehrsbeschränkungen mehrere Wochen gedauert. Deshalb einigten sich die Verkehrslenkung Berlin und die BVG darauf, die Arbeiten auf eine Woche zu beschränken. Um den Preis, dass die viel befahrene Magistrale stadteinwärts im betroffenen Abschnitt für einen Tag voll gesperrt werden muss.
Sanierung kostet BVG zwei Millionen Euro
„Bei einer so empfindlichen Verkehrsverbindung wie der Landsberger Allee wird ein Bauvorhaben von vielen als störend empfunden“, sagte BVG-Sprecherin Petra Reetz. Der Schienenaustausch sei mit Lärm und Schmutz für die Umgebung verbunden. „Das will eigentlich niemand.“
Die Totalsperrung vom Montag sei für viele Kraftfahrer eine Beeinträchtigung, sie sei aber das kleinere Übel. Rund zwei Millionen Euro kostet das Vorhaben. „Wir gehen davon aus, dass der Zeitplan eingehalten wird“, sagte Petra Reetz.




