Nach einer Messerattacke auf die Vermieterin seiner Wohnung im Berliner Szeneviertel Friedrichshain muss ein Industriekaufmann acht Jahre in Haft. Das Berliner Landgericht verurteilte den 52-Jährigen am Donnerstag wegen versuchten Mordes bei verminderter Schuldfähigkeit durch Alkohol.
Am 20. August 2012 hatte der Mann kurz vor der Zwangsräumung seiner Wohnung zunächst seine vier Wände in einem Altbau an der Simon-Dach-Straße in Brand gesetzt. Im Flur stach er zuerst auf die 66-Jährige und dann auf ihren gleichaltrigen Mann ein. Beide konnten sich in den Hof retten. Schwer verletzt kamen die Eheleute in Krankenhäuser.
Der zuletzt arbeitslose Kaufmann und die Vermieterin hatten einen jahrelangen Rechtsstreit geführt. Das geerbte Haus war von der Frau modernisiert worden. Der Berliner lebte mit günstiger Miete im Seitenflügel.
Seine Mietminderung hatte zum Zwist geführt. Durch den Lärm der seit Jahren dauernden Bauarbeiten sei der Mieter total genervt gewesen, hatte sein Verteidiger erklärt.
Der an Depressionen leidende 52-Jährige war verzweifelt, urteilte das Gericht. Der Mann habe aber durch seine Unnachgiebigkeit auch selbst zu der Situation beigetragen.
dpa/sei




