Berlin

Berliner sticht seine Vermieter vor Zwangsräumung nieder

Vor der Zwangsräumung einer Wohnung in Friedrichshain hat ein 51-Jähriger die Wohnungseigentümer lebensgefährlich verletzt.

Foto: Steffen Pletl

Die geplante Zwangsräumung einer Wohnung in Friedrichshain hat zu einer Tragödie geführt. Noch vor dem für Montagvormittag vorgesehen Räumungstermin kam es in dem Haus an der Simon-Dach-Straße zu einer verhängnisvollen Begegnung zwischen dem Mieter und den Wohnungseigentümern. Am Ende stach der 51-Jährige mit einem Messer auf das Besitzer-Ehepaar ein und verletzte beide lebensgefährlich. Nur wenig später konnte die Polizei den Angreifer festnehmen. Die 4. Mordkommission hat die Ermittlungen übernommen.

Nach ersten Erkenntnissen traf der 51 Jahre alter Mieter einer Wohnung im Seitenflügel gegen 9.40 Uhr im Hausflur auf seinen 66 Jahre alten Vermieter und dessen gleichaltrige Ehefrau. Es kam zu einer zunächst verbal geführten Auseinandersetzung zwischen den drei Personen, die dann plötzlich eskalierte. Offenbar wutentbrannt ging der 51-Jährige mit einem Messer auf das Ehepaar los und stach wahllos mehrfach auf den Mann und die Frau ein, die daraufhin blutüberströmt zusammenbrachen. Unmittelbar darauf soll der Mieter in seine Wohnung im ersten Obergeschoss gestürmt sein und dort nach Polizeiangaben mehrere kleine Brände gelegt haben. Außerdem soll der Mann auch sämtliche Wasserhähne aufgedreht haben. Als Polizeibeamte in dem Mehrfamilienhaus eintrafen, saß der Messerstecher im Treppenhaus und ließ sich widerstandslos festnehmen. Rettungskräfte der Feuerwehr lieferten den 66 Jahre alten Vermieter in lebensbedrohlichem Zustand ins Vivantes Klinikum im Friedrichshain ein. Seine ebenfalls schwer verletzte Frau kam zur Behandlung ins Rudolf-Virchow-Klinikum der Charité in Wedding.

Die Feuerwehr löschte die Brände in der total vermüllten Wohnung. Der Tatort wurde danach von der Polizei weiträumig abgesperrt. Bis weit in die Nachmittagsstunden hinein durchsuchten Kriminaltechniker den Schauplatz des Verbrechens an der Simon-Dach-Straße 27 nach Spuren. Die Straße blieb während des Polizeieinsatzes im Abschnitt zwischen Revaler Straße und Wühlischstraße für Kraftfahrzeuge gesperrt.

Die Bluttat in Friedrichshain vom Montag erinnert an das schwere Verbrechen in Karlsruhe vor einigen Wochen, das ebenfalls im Zusammenhang mit einer Zwangsräumung stand. Anfang Juli hatte ein 53 Jahre alter Geiselnehmer vier Menschen getötet und anschließend sich selbst gerichtet. Der aus dem Elsass stammende Mann erschoss einen Gerichtsvollzieher, einen Schlosser und den neuen Eigentümer der Wohnung. Bereits in der Nacht zuvor hatte der 53-Jährige seine zwei Jahre ältere Freundin in der gemeinsamen Wohnung getötet. Die Polizei hatte nach dem Geiseldrama in Baden-Württemberg sieben Schusswaffen in der Tatortwohnung entdeckt.