Teilnahme-Verbot

CDU und Veranstalter des Berliner CSD wollen reden

Ohne Vorwarnung hat der Christopher Street Day die CDU wegen ihres Kurses bei der Gleichstellung von Schwulen und Lesben vom diesjährigen Berliner Umzug ausgeschlossen.

„Das ist eine schallende Ohrfeige“, sagt Steffen Evers, stellvertretender CDU-Fraktionsvorsitzender im Abgeordnetenhaus. Ohne Vorwarnung habe der Christopher Street Day (CSD) die CDU wegen ihres Kurses bei der Gleichstellung von Schwulen und Lesben vom diesjährigen Berliner Umzug ausgeschlossen.

Beim Bundestreffen der CSD-Organisation Anfang April seien die Haltung der Union verurteilt und Konsequenzen angekündigt worden, teilte der Geschäftsführer Robert Kastl mit. Eine „derart verfassungswidrige und undemokratische Haltung“ sei nicht mit den Zielen des Christopher Street Day in Berlin vereinbar.

Bisher beteiligten sich die CDU und der Landesverband Lesben und Schwule in der Union (LSU) mit einem gemeinsamen Wagen an der Parade. Der LSU dürfe nun auch weiterhin am Berliner Umzug teilnehmen – jedoch nur, wenn er das Verhalten der Partei klar ablehne, sagt Kastl. Darauf reagierten CDU und LSU mit Protest. „Wir sind eins. Wenn die CDU nicht an der Parade teilnimmt, werden wir das auch nicht“, sagte Martin Och, Landesvorsitzender des LSU Berlin.

Am 22. Juni rund 10.000 Menschen erwartet

Ein Treffen zwischen CDU und den Organisatoren des Christopher Street Day soll noch in dieser Woche stattfinden. „Wir hoffen, dass der CSD seine Entscheidung zurückzieht“, so Evers. Der Ausschluss der Partei würde auch den Werten der Gleichheit und Toleranz der Parade widersprechen. „Es muss einen überparteilichen Konsens geben, damit wir die Veranstaltung weiterhin unterstützen können“, so Evers.

Thomas Birk von den Grünen bemängelt, dass über die Entscheidung nicht im CSD-Forum abgestimmt worden sei. „Es hätte ein demokratisches Verfahren stattfinden sollen“, sagte er. Doch die Vorsitzenden des Vereins hätten auf eigene Faust gehandelt, ohne die anderen Organisationen zu informieren.

Diese Meinung teilt auch Tom Schreiber (SPD), Mitglied im Abgeordnetenhaus, der die Haltung im Grundsatz verstehe, die Entscheidung jedoch für überzogen halte. „Statt mit dem Kopf hat der Verein mit dem Bauch agiert“, so Schreiber. Am 22. Juni 2013 werden wieder rund 10.000 Menschen beim Berliner Christopher Street Day erwartet.