Die City Tax – finde ich gut. Mit diesem Ausruf kann man sich schnell unbeliebt machen. Zumal in Berlin, das von Touristen lebt. Und wo der Claim „Arm, aber sexy“ gewissermaßen zur Corporate Identity gehört. Auf deutsch gesagt: Grundsätzlich bin ich dafür, dass sich alle am Gemeinwesen beteiligen, die davon profitieren. Wer heutzutage eine private Reise nach Berlin macht, kommt ja nicht mehr, wie einst, nur aus Solidarität mit den Eingeschlossenen. Die meisten kommen wegen des riesigen kulturellen Angebots. Sie lieben die unendlichen Möglichkeiten, sich an unendlich vielfältigen Orten rund um die Uhr die Zeit zu vertreiben. Sie loben die preiswerten öffentlichen Verkehrsmittel. Und dass die Straßen nachts nicht so unsicher sind wie in Paris oder London. Sie sind neugierig darauf, Berlin als historischen Ort zu erleben. Und sie erwarten, dass die Berliner ihre Stadt herrichten für ihre Gäste.
Also ist es nur gerecht, wenn sich auch die Gäste finanziell daran beteiligen. In Berlin kostet fast alles weniger als in anderen vergleichbaren Großstädten. Auch die Hotels. Wer in Berlin fünf Prozent City Tax auf den Hotelpreis entrichtet, zahlt also immer noch weniger als, sagen wir, im teureren Hamburg.
Wer zahlt, soll auch etwas dafür bekommen
Denn, zweites Argument: Andere machen es doch auch. Wo Quellen, Meere und Berge locken, wird schon seit Jahrhunderten Kurtaxe erhoben. Mancherorts sogar von Tagesgästen. Auch in Hamburg müssen Gastgeber seit diesem Jahr die „Kulturtaxe“ eintreiben. Manche Hoteliers übernehmen sie für ihre Kunden und vermerken sie nicht mal auf der Rechnung. Ich finde das schade.
Wer zahlt, soll auch etwas dafür bekommen. Manche Kurorte listen dem Gast auf, was er mitbezahlt – gefegte Gehwege, sauberer Strand, ausgeschilderte Wanderwege. Ja, aber in Berlin! Ich höre schon das Geschrei. Wo alles öffentliche Geld in Schlag- und anderen Löchern versickert! Nur ein Beispiel: Reisende nahmen aus Baden-Baden schon im 19. Jahrhundert liebevoll gestaltete Kurmarken als Andenken mit nach Hause. Berlin ist berühmt für Exportschlager wie Luft in Dosen oder schnöde Betonbrösel.
Was spricht dagegen, Touristen für die Taxe ein Stück echtes Berlin mitzugeben? Eine Kurtaxe für Bad Berlin, das klingt doch gut. Wem das nicht gefällt, der kann es ja englisch aussprechen.





