Am Bahnhof Karlshorst müssen sich täglich etwa 39.000 Fahrzeuge weiterhin jahrelang durch ein Brücken-Nadelöhr auf der Treskowallee quälen. Ein Ende der Großbaustelle ist bis 2019 nicht abzusehen, sagt Baustadtrat Wilfried Nünthel (CDU), obwohl die Deutsche Bahn mit dem Anfang 2012 begonnenen Neubau der Brücke wie vorgesehen im Dezember 2013 fertig wird.

Es sei für keinen Bürger nachvollziehbar, dass sich das gesamte Projekt mit Gleis-, Straßen- und Leitungsneubau von 2016 um drei Jahre auf mindestens 2019 verschieben soll, weil die anderen beteiligten Unternehmen nicht parallel an einem Strang ziehen, so Nünthel. So hat die BVG in dieser Woche auf einem Einwohnerforum angekündigt, zunächst separat ein Planfeststellungsverfahren einzuleiten, das erst 2015 beendet wäre.

Wenn der Straßen- und Gleisverlauf endgültig bekannt ist, wollen die Berliner Wasserbetriebe eine 18-monatige, europaweite Ausschreibung starten. Nünthel rechnet: „Dann sind wir bei 2017.“ Es werde schließlich 2019, ehe der Bezirk die Arbeiten an den Fahrbahnen und Gehsteigen abschließen könne.

Baustadtrat Nünthel will Prozess beschleunigen

Doch das eigentliche Malheur hatte damit begonnen, dass die Verkehrslenkung Berlin im vergangenen Jahr Bedenken gegen zuvor bestätigte BVG-Pläne angemeldet hatte. Sie sahen vor, die Gleise unter der Brücke an den Fahrbahnrand zu verschwenken und dort Haltestellen mit direktem Zugang zum und vom Bahnhof einzurichten.

Die Verkehrslenkung ließ diese Variante elf Monate von Gutachtern prüfen, ehe feststand, dass sie funktioniert. Nünthel ist wütend: „Das hätte schneller gehen müssen.“ Er will jetzt einen Brief an Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD) mit dem Ziel schreiben, den Planungsprozess zu beschleunigen.

rg