Per Post

Unbekannter verschickt Buttersäure-Paket an Wowereit

| Lesedauer: 2 Minuten

Foto: Kay Nietfeld / dpa

In der Poststelle des Roten Rathauses in Berlin-Mitte ist ein Päckchen mit Buttersäure eingegangen - adressiert an den Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit.

Ein Päckchen mit Buttersäure an Berlins Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) ist im Roten Rathaus entdeckt worden. Wie die Senatskanzlei am Donnerstag bestätigte, steckte in dem verdächtigen Päckchen eine handelsübliche Flasche mit der übelriechenden, farblosen Flüssigkeit. Es sei niemand gefährdet gewesen. Senatssprecher Richard Meng sagte, derzeit würden rechtliche Schritte gegen Unbekannt geprüft.

Ein Bekennerschreiben war wohl nicht in dem nur zehn Zentimeter hohen Paket. Es soll von einem Versandhandel gekommen sein. Zuvor hatte die „Bild“-Zeitung von dem Paket mit Buttersäure und einer Einwegspritze berichtet.

Kriminaltechniker untersuchten das Paket

Das Päckchen war am Mittwoch gegen 9 Uhr Mitarbeitern in der Poststelle aufgefallen. Umgehend wurde die Polizei alarmiert. Kriminaltechniker untersuchten laut Polizei die farblose Flüssigkeit aus der Flasche. Die Untersuchung habe ergeben, dass es sich um Buttersäure handelte – so wie auf dem Etikett der Flasche angegeben. Auch Plastikhandschuhe wurden in dem Päckchen gefunden.

Buttersäure nicht giftig

Dämpfe der stinkenden Buttersäure können Augen und Atemwege reizen, im schweren Fall können Haut und Schleimhäute verätzt werden. Bei Augenkontakt droht sogar Erblindungsgefahr. Die Chemikalie wird aber auch zum Vertreiben von Wühlmäusen und Maulwürfen verwendet.

Buttersäure ist aber nicht giftig. Eine Verbindung zu Gift-Briefen in den USA gibt es laut Senat nicht. An Präsident Barack Obama war in dieser Woche ein Brief mit dem tödlichen Gift Ricin (oder: Rizin) verschickt, aber abgefangen worden.

Berlins Parlamentspräsident Ralf Wieland (SPD) kritisiert die Angriffe auf Wowereit (SPD) - und auch gegen den CDU-Abgeordneten Kurt Wansner - „aufs Schärfste“. „Gewalt gegen Sachen und Personen sind kein Mittel der politischen Auseinandersetzung, schon gar nicht in einem demokratischen Land“, sagte Wieland am Donnerstag im Abgeordnetenhaus. In der vergangenen Woche hatten Unbekannte einen Farbbeutel gegen das Wohnhaus von Wansner geschleudert.

( dpa/seg/ap )